Hochsaison für Jäger und Treiber in Lilienfeld

<f>Genaue Zahlen der erlegten Wildtiere </f>bei den Bewegungsjagden im Bezirk Lilienfeld liegen nicht vor.
  • <f>Genaue Zahlen der erlegten Wildtiere </f>bei den Bewegungsjagden im Bezirk Lilienfeld liegen nicht vor.
  • Foto: H. Waldhuber
  • hochgeladen von Markus Gretzl

BEZIRK LILIENFELD. Für die einen sind sie Inbegriff der Schießwut, für die anderen sind sie Tradition und natürliche Bewirtschaftung des Wildbestandes. Im Bezirk Lilienfeld ist die Zeit der Treibjagden angebrochen – und das Thema polarisiert die Bevölkerung. Die Bezirksblätter versuchen, das Phänomen nüchtern zu analysieren.

In Todesangst versetzen

Eindeutig gegen diese Art der Jagd spricht sich Leserin Monika Fertner aus: "Ist es eine notwendige Maßnahme, andere Lebewesen in Todesangst zu versetzen, in den Tod zu treiben, um sie dann zu töten?". Weiters fragt sie, ob es nicht besser wäre, bei der 'normalen' Jagd zu bleiben: "Also das Tier so zu töten, dass es überrascht ist, wenig oder gar keinen Stress und vor allem keine Angst empfindet. Um den wirtschaftlichen Aspekt zu betonen (denn darum geht es letztendlich doch): stressfreies Fleisch ist qualitativ besser und vor allem gesünder", gibt sie zudem zu bedenken.
Ähnlich sieht Verena Bertl-Ogundele die Sache: "Es wäre längst an der Zeit, Treibjagden zu verbieten. 'Auf die Pirsch gehen' bedeutet für mich, stressfrei zu jagen anstatt Tiere zu hetzen und anschließend den großen Helden spielen, nur weil man ein gehetztes Tier getötet hat", so die St. Veiterin.

Abschussplan erfüllen

Leser Wolfgang Vidonya vertritt eine ganz andere Meinung: "Es gibt einen behördlichen Abschussplan, der zu erfüllen ist. Und wenn man die Waldschäden in verschiendenen Bereichen sieht, wird einem klar, dass die Erfüllung des Abschussplanes dringend notwendig ist".

"Bewegungsjagd"

Bezirksjägermeister Martin Schacherl klärt zuerst über einen in der Bevölkerung weit verbreiteten Irrtum auf. Denn den Begriff "Treibjagd" gibt es nicht mehr, die Jägerschaft nennt diese Form der Jagd "Bewegungsjagd". "Wichtigster Grundsatz ist die Sicherheit. Von den Veranstaltern wird das freiwillige Übungschießen eingefordert. Ebenso gibt es vor und während der Jagd absolutes Alkoholverbot. Eine rasch Versorgung des Wildbretes im Sinne der Lebensmittelhygiene ist heute selbtverständlich und wird vor Ort organisiert", berichtet der Bezirksjägermeister aus Türnitz. "Über die Anzahl der erlegten Stücke kann ich schwer Auskunft geben, da sie nicht extra geführt werden sondern nach Ende der Jagd in die aktuelle Abschussliste eingetragen werden. Die Anzahl der teilnehmenden Jäger richtet sich nach der Größe des Gebietes in dem die Bewegungsjagd statt findet. Vor allem die Schäden durch Schwarzwild erfordern oft ein Revierübergreifendes Jagen, da können schon einmal an die 50 Jäger oder mehr zum Einsatz kommen", erklärt Martin Schacherl.

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