Kassen-Streit in Lilienfeld

Viele Versicherte in der Region sind verunsichert.
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BEZIRK LILIENFELD. Die Pläne der Regierung Kurz/Strache bezüglich Umstrukturierung des Gesundheitssystems sorgen für Aufregung. "Eine mutwillige Zerschlagung unserer Kranken-, Unfall oder Pensionsversicherung, so wie es die Bundersregierung vor hat, bringt keine Verbesserungen. Im Gegenteil, ein zentralisiertes und der Politik unterstelltes System wird dadurch unflexibel und teuer, die Leidtragenden sind die Österreicher. Als abschreckendes Beispiel sei nur das politisch gelenkte staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien genannt. Daher müssen wir alle aufstehen und gegen diese Vorhaben eintreten. Finger weg von unserer Sozialversicherung", kritisiert Martin Trattner. Der Lilienfelder Stadtrat ist hauptberuflich Leiter des NÖGKK-Service Centers der Landeshauptstadt tätig, kennt daher das System, die Sorgen und Nöte der Versicherten, bestens.

Es regt sich Widerstand

„Seit den ersten Ankündigungen der schwarz-blauen Regierung zur Zerschlagung der derzeitigen Kassenstruktur ist die Verunsicherung unserer Mitarbeiter, aber auch unserer Kunden groß“, berichtet Fiala. „Denn kürzen heißt bei den Menschen sparen. Davon wären nicht nur Beschäftigte in allen Sozialversicherungsträgern betroffen, sondern auch tausende Versicherte, die derzeit in unseren 24 Service-Centern kundennah Rat und Hilfe bekommen.“ Denn kommt die Zentralisierung der Krankenkasse in einem Moloch in Wien, „dann gibt es diese wohnortnahe Kundenbetreuung nicht mehr, dann sitzen Kranke und verzweifelte Menschen einem Computer gegenüber und nicht mehr einem Menschen, der ihr Problem menschlich löst. Damit widerspricht diese Regierung gleich bei einer der ersten Maßnahmen ihrem eigenen Motto, wonach nicht bei den Menschen gespart werden solle“, so Fiala.

"Sehr kostengünstig"

"Die österreichische Sozialversicherung ist eines der besten Systeme der Welt. Noch dazu extrem kostengünstig. Ein Verwaltungsaufwand in der Größenordnung von nur rund 2 Prozent des Gesamtbudgets spricht da eine deutliche Sprache. Also von einem Euro Beitragsleistung kommen 98 Cent an Leistungen zurück zu den Versicherten. Bei Privatversicherungen beträgt der Verwaltungskostenanteil bis zu 30 Prozent", erklärt Martin Trattner.

"Panikmache"

Bundesrat Karl Bader (ÖVP) aus Rohrbach steht hinter den Plänen der Bundesregierung. "Ich halte die Panikmache der NÖ Gebietskrankenkasse für mehr als entbehrlich. Die Bundesregierung wurde vor allem deswegen gewählt, weil sie Veränderungen im Wahlprogramm angekündigt hat und diese jetzt auch umsetzt. Damit ist die Regierung aber auch bei den Menschen, denn überall wo ich hinkomme, wird mir vermittelt, dass Österreich keine 21 Sozialversicherungsträger braucht. Die Angstparolen entbehren jeder Grundlage, denn es wird keinesfalls bei den Versicherten gespart, es wird keinen Personalabbau geben, die Selbstverwaltung wird es weiter geben", sieht Bader keine Nachteile in einer möglichen Umstrukturierung. "Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass es in den einzelnen Bundesländern für gleiches Geld der Versicherten unterschiedliche Leistungen gibt! Diese Leistungen werden harmonisiert", so Bader, dem fünf Versicherungsträger genügen würden.

Autor:

Markus Gretzl aus Lilienfeld

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