Keine WM-Helden ohne Lilienfelder

Weltberühmt: Zdarskys "Lilienfelder Stahlsohlenbindung".
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  • hochgeladen von Markus Gretzl

LILIENFELD. Quizfrage für alle Ski-Fans: Wo fand der erste Torlauf der Skigeschichte statt? Auf der Kitzbühler Streif? In Wengen, Gröden, Cortina d'Ampezzo? Falsch geraten. Es war der Lilienfelder Muckenkogel, von dem sich die Vorgänger von Marcel Hirscher & Co am 19. März 1905 talwärts stürzten.

Sonderausstellung

Der Organisator dieses denkwürdigen Rennens und auch Begründer des alpinen Skilaufs ist kein Unbekannter: der Lilienfelder Mathias Zdarsky. Ihm ist derzeit auch eine Sonderausstellung im Bezirksmuseum gewidmet. Der Skipionier wurde als zehntes Kind eines Müllers 1856 in Kozichovice in Mähren geboren. Nach Absolvierung der Lehrerbildungsanstalt in Brünn war er bis 1883 als Lehrer tätig.

Nach Marktl eingewandert

1889 kaufte er sich den Hof Habernreith in Marktl bei Lilienfeld. Angeregt durch die Reiseschilderung Fridtjof Nansens "Auf Schneeschuhen durch Grönland" und durch schneereiche Winter ließ er sich aus Norwegen nordische Schneeschuhe schicken, die er zwischen 1890 und 1896 für das alpine Gelände weiterentwickelte. Nach mehr als 200 Versuchen konstruierte er eine mit den Skiflächen durch ein Gelenk verbundene Stahlsohlenbindung. Sie machte die Skier lenkbar und war Grundlage der von Zdarsky entwickelten Fahrtechnik für steile Hänge und Tiefschnee. Sein Lehrbuch "Alpine (Lilienfelder) Skifahr-Technik" (1896/97) trug wesentlich zum Siegeszug des Skilaufs bei.

Erster Skiverein

1898 gründete Zdarsky den Lilienfelder Skiverein, zwei Jahre später den internationalen Alpenschiverein in Wien. Er unterrichtete tausende Schüler, Zivilisten ebenso wie Militär. Im Laufe seines Lebens erhielt der Ski-Pionier eine Vielzahl nationaler und internationaler Preise und Ehrungen und wurde Ehrenmitglied des berühmten englischen Kandahar-Skiclubs. "Viel mehr Spuren von ihm finden wir heute noch beim Skitourengehen. Das Prinzip seiner revolutionären Stahlsohlenbindung steckt in den meisten modernen Tourenbindungen. Auf größeren Touren sollte man noch immer ein Zdarskyzelt (heute Biwaksack genannt) mitführen, auch Verbandszeug und Lawinenschaufel hat er schon empfohlen", weiß Kurator Josef Lampl.

Zur Sache

Die Sonderausstellung "Faszination Skitour – von Zdarsky bis heute" von Kurator Josef Lampl mit zahlreichen Ausstellungsstücken Zdarskys läuft noch bis Jahresende jeweils Donnerstag, Samstag und Sonntag von 16 bis 18 Uhr im Bezirksmuseum Lilienfeld.

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