Lilienfelds Wehren schuften in "Grauzone"

Für Einsätze müssen viele Florianis Urlaub nehmen.
  • Für Einsätze müssen viele Florianis Urlaub nehmen.
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  • hochgeladen von Markus Gretzl

BEZIRK LILIENFELD. Das Schneechaos der letzten Tage bewies einmal mehr die Notwendigkeit funktionierender freiwilliger Feuerwehren in den Gemeinden. Für die Silberhelme ist es jedoch nicht immer so einfach, helfend einzugreifen. Immer wieder müssen Mitglieder Urlaubstage oder Zeitausgleich opfern. Gesetzlich besteht kein Recht auf Freistellung. Die Bezirksblätter befragten Kommandanten und Firmen zu dem Problem.

Gemeinden spielen mit

"Ich habe zum Glück drei Gemeindemitarbeiter in meiner Feuerwehr. Für sie ist es kein Problem, zu einen Einsatz auszurücken, ausgenommen natürlich wenn sie gerade eine Tätigkeit ausführen, wo ihr Fernbleiben nicht möglich ist. Außerdem ist die Firma Janisch sehr Feuerwehr-freundlich, deren Mitarbeiter werden in Regelfall auch freigestellt. Alle anderen müssen sich Urlaub nehmen. Das betrifft 95 Prozent meiner Aktiv-Mannschaft", berichtet Traisens Kommandant Armin Steindl.
"Die Gemeindearbeiter Rohrbachs sind allesamt Feuerwehrmitglieder und können somit jederzeit zu Einsätzen problemlos ausrücken. Viele unserer Mitglieder arbeiten bei der Firma Metagro. Auch dort ist es eigentlich kein Problem, sie müssen sich dafür auch keinen Urlaub nehmen", kennt auch Rohrbachs Kommandant Erich Schildböck einen Vorbildbetrieb.

Probleme im Süden

Ganz so reibungslos läuft es für die Florianis im Süden des Bezirks leider oftmals nicht. "Freistellungen für Einsätze sind definitiv ein großes Problem. Nur wenige Betriebe geben den Feuerwehrmitgliedern die Möglichkeit einer Freistellung im Einsatzfall. Ich selbst bin mit bei den ÖBB beschäftigt, nicht einmal da ist es möglich. Traurig bei Betrieben dieser Art", beschreibt Mitterbachs Feuerwehrkommandant Manfred Tod die schwierigen Voraussetzungen für seine Wehr. "Nicht einmal für die Ausbildung gibt es Sonderurlaub, das soll sich zwar jetzt ändern- ein Tag im Jahr - trotzdem ist das nicht zu verstehen bei staatsnahen Betrieben. So wird es natürlich nicht leichter in einwohnerschwachen Gemeinden, jemanden für die Freiwilligkeit zu motivieren. Wie toll die 'Familie Feuerwehr' funktioniert hat man ja in den letzten Tagen eindrucksvoll erleben dürfen. Wenn es diese Bereitschaft einmal nicht mehr gibt, werden horrende Kosten für jene entstehen, die dafür dann aufkommen müssen", gibt Mitterbachs Feuerwehrkommandant Manfred Tod weiter zu bedenken.

Großbetriebe helfen

Eine sehr erfreuliche Nachricht gab es auf Bezirksblätter-Nachfrage von zwei Großbetrieben in Traisen und Marktl: "Unsere Feuerwehrmitglieder bei Neuman Aluminium und Prefa sind für die Zeit von Einsätzen in und außerhalb des Betriebes für die Zeit des Einsatzes freigestellt", berichtet Renate Schweighofer von der Fried von Neuman GmbH.

"Ein Graubereich"

"Die Zusammenarbeit von Betrieben und ihren Mitarbeitern funktioniert bei der Freistellung für Feuerwehreinsätze in Niederösterreich sehr gut", erklärt Arnold Stivanello von der Wirtschaftskammer NÖ. Rechtlich bewege man sich bei solchen Freistellungsverfahren "in einem Graubereich". Seitens der Kammer habe man sich daher immer gegen eine gesetzliche Regelung und für eine flexible, innerbetriebliche Regelung stark gemacht.

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