Die Legende von den friedliebenden WKR-Ballbesuchern

Ein "alter Herr" schlägt auf meine Kamera
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  • hochgeladen von Franz Witzmann

Vom Ballhausplatz kommend bin ich an der Kreuzung Landhausgasse mit Herrengasse auf eine Gruppe festlich gekleideter Menschen getroffen.
In der Mitte dieser Menschenansammlung erkannte ich Barbara Rosenkranz. Als in Niederösterreich tätiger Lokalredakteur wollte ich die Gelegenheit nutzen und ein Foto der Landesrätin in Ballrobe machen.
Sie zeigte sich jedoch fotoscheu, wandte mir ihren Rücken zu und bewegte sich, abgeschirmt von einigen "alten Herren" in Richtung Hofburg. Drei von diesen "alten Herren" bauten sich vor mir auf, grumelten irgendwas das wie "schleichdi" geklungen hat und einer von ihnen versuchte mir die Kamera aus der Hand zu schlagen.
Auf meine laut gestellte Frage: "Wollen sie die freie Presse attackieren", sind sie etwas zurückgewichen und einige Polizisten stellten sich zwischen uns.
Ziemlich zeitgleich wurde auch ein Kameramann von wienTV.org von Ballbesuchern körperlich angegriffen.

In der Folge gingen noch einige Burschenschafter, "alte Herren" und ihre weiblichen Begleiterinnen an meiner Kamera vorbei. Einige versteckten ihr Burschenschafterkapperl unterm Mantel, andere hielten Schal oder Hand vors Gesicht. Manche beschimpften mich und in weiterer Folge versuchte ein zweites Mal ein "Bursche" in Smoking mir die Kamera aus der Hand zu schlagen.

Im Gegenzug hatten die Ballgäste kein Problem mit, in den Autobussen befestigten Kameras, das Geschehen außerhalb ihrer Welt aufzuzeichnen, wie auf den Fotos deutlich zu sehen ist.

Mögen sich die Leserinnen und Leser beim Betrachten der Fotogalerie selbst ein Bild über die Gesellschaft machen, die von der blauen Handpuppe Heinz Christian ständig als aufrechte Demokraten und Stützen der Gesellschaft bezeichnet werden.

Nach meinem Empfinden hätte man die BallbesucherInnen über den Helmut-Zilk-Platz umleiten sollen, um ihnen vor dem Mahnmal zu erklären, was einen Grundkonsens der österreichischen Mehrheitsgesellschaft ausmacht:

NIE WIEDER KRIEG UND FASCHISMUS!

Das Mahnmal (Quelle: Wikipedia):

An der Stirnseite des Platzes steht das "Tor der Gewalt". Es ist aus Granit, wie er von Tausenden Häftlingen über die Todesstiege im Steinbruch des Konzentrationslagers Mauthausen geschleppt wurde. Die Skulptur zur Linken soll an die Opfer des Massenmordes, der dort und in anderen Lagern und Gefängnissen von den Nationalsozialisten verübt wurde, erinnern, ebenso an die Opfer des Widerstandes und der Verfolgung aus Gründen nationaler, religiöser und ethnischer Zugehörigkeit, geistiger und körperlicher Behinderung und sexueller Orientierung. Die Figurengruppe der rechten Torsäule ist dem Gedenken an alle Opfer des Krieges gewidmet. Der gesichtlose Körper einer gebärenden Frau soll die Wiedergeburt Österreichs nach den Schrecken des Krieges symbolisieren.

Die ersten Opfer der nationalsozialistischen Machthaber waren neben den politischen Gegnern die Juden. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 wurden Jüdinnen und Juden gezwungen, in "Reibpartien" die Straßen von pro-österreichischen und antinazistischen Parolen zu säubern. Die bronzene Skulptur eines knienden, straßenwaschenden Juden erinnert an diese Entwürdigung und Erniedrigung, die der gnadenlosen Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger direkt nach dem Anschluss voranging.

"Orpheus betritt den Hades", eine in einem Marmorblock aufgehende Männergestalt, ist Mahnmal für die Bombenopfer und für den Opfertod jener, die dem Nationalsozialismus unter Einsatz ihres Lebens Widerstand geleistet haben.

Am 27. April 1945, als im Westen Österreichs noch gekämpft wurde, proklamierten in Wien die Vertreter der neuen oder wiedergebildeten politischen Parteien die Wiedererrichtung der Republik Österreich. Auf dem "Stein der Republik" sind Auszüge der damals formulierten Regierungserklärung sowie die Namen jener Männer verewigt, die sie unterschrieben haben.

Hier gibt es den Bericht zu Demonstration und Veranstaltung am Heldenplatz:

http://regionaut.meinbezirk.at/hainfeld/politik/tanzt-nicht-auf-meinem-grab-buendnis-gegen-rechtsextremismus-setzte-ein-starkes-antifaschistisches-zeichen-d130554.html

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