"Wenn der Sport zur wahren Sucht wird"

Wolfgang Wallner ist sowohl Seriensieger mit 33 Erfolgen 2013 als auch Dauerläufer mit 8.000 km im Jahr.
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  • Wolfgang Wallner ist sowohl Seriensieger mit 33 Erfolgen 2013 als auch Dauerläufer mit 8.000 km im Jahr.
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BEZIRKSBLÄTTER: Wie und wann hat deine Laufkarriere überhaupt begonnen?
WOLFGANG WALLNER: Ich war bis zu meinem 22. Geburtstag total unsportlich. Bis dahin hatte ich satte 94 Kilogramm auf die Waage gebracht. Ein Freund brachte mich zum Radfahren, dies betrieb ich dann aber gleich extrem. Am Vortag das Rad gekauft, und am nächsten Tag bereits 100 Kilometer (km) gefahren. Ich habe gemerkt, dass mir das Radfahren total gut tat und so wurde es schon bald zur Sucht. Ich bin bis zu 20.000 km pro Jahr gefahren. Auch bei den Wettkämpfen war ich vorne dabei.
Im Herbst 1994 brauchte mein Schwager für die NÖ Landesmeisterschaften über 10.000 Meter in Amstetten einen Läufer, da ihnen einer ausgefallen war. Bis dahin bin ich noch keinen einzigen Meter gelaufen. Er hat mich überredet und ich bin die fürchterlichen 25 Runden auf der Bahn in der damals tollen Zeit von 36 Minuten gelaufen. Und ab diesem Bewerb habe ich gewusst, dies ist genau meine Sportart, oder aus heutiger Sicht gesagt mein Leben. Bereits im Frühjahr 1995 lief ich meinen ersten Marathon in einer Zeit von 3:14.
Wie sieht dein Trainigsalltag aus?
Meine Trainingswoche besteht aus sechs Tagen. Nach dem einlaufen und dehnen beginne ich mit den verschiedensten Einheiten - Ausdauerläufe bis zu 40 km, Bergläufe, Intervallläufe. Einen Trainingslauf unter 20 km gibt es bei mir nicht. Mein Aufwand pro Tag beträgt rund 2,5 Stunden, bei einem langen Ausdauertraining auch schon mal bis zu vier Stunden. Laufleistung pro Woche sind insgesamt rund 150 km.
Du läufst die unterschiedlichsten Distanzen und Bewerbe. Welche Strecke ist dir am liebsten?
Meine Lieblingsdisziplin ist eindeutig der Halbmarathon, hier kann ich eine Bestzeit von 1:09 vorweisen. Wobei ich durch die Jahre auch den Marathon lieb gewonnen habe (Bestzeit 2:31min).
Wo siehst du deine Stärken und wo deine Schwächen?
Durch mein langjähriges hartes Training kann ich auch heute noch eine schnelle Kilometerzeit laufen. Das hilft mir sehr bei den Wettkämpfen, da ich das Tempo auch auf längere Distanzen laufen kann. Meine Schwäche ist eindeutig der Zielsprint, was aber auch auf mein Alter zurückzuführen ist. Ein wunder Punkt ist auch die Laufbahn.
Du hast wieder ein überaus erfolgreiches Jahr mit zahlreichen Siegen hinter dir. Was waren für dich deine persönlichen Highights des abgelaufenen Jahres?
Genauer gesagt waren es 33 Siege. Meine Highlights waren natürlich der Sieg beim Wachaumarathon, der größten Veranstaltung in NÖ. Und der Erfolg bei meinem Heimlauf, dem Piestingtallauf, bei dem ich den HM mit neuem Streckenrekord (1:11) gewinnen konnte.
Was war dein bisher größter Erfolg in deiner Karriere?
Meine größten Erfolge waren die Staatsmeistertitel im Bergmarathon (44km/50km) 2010 und 2011. Es war ein tolles Gefühl mit der Österreichfahne in das Ziel einzulaufen. Auch der NÖ-Landesmeistertitel im Marathon mit persönlicher Bestzeit war einfach super. Besonders stolz bin ich als nicht Ultraläufer mit 84,7 km einen neuen österreichischen Rekord im 6-Stundenlauf aufgestellt zu haben.
Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen?
Bis heute hat mir der Klassensieg eher wenig bedeutet, da ich noch immer um den Tagessieg mitlaufen kann. Aber in der M50 gibt es doch eine Herausforderung, denn die österreichischen Rekorde über 5.000 und 10.000 Meter sowie beim HM und Marathon sind plötzlich ein Thema für mich. Diese möchte ich versuchen zu verbessern.
Wie lange kannst du dir vorstellen, den Laufsport wettkampfmäßig zu betreiben?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Begonnen hat alles eigentlich durch Zufall und meine Gesundheit hat sich damals um 100 Prozent verbessert. Jetzt ist es eine Sucht - nicht nur das Laufen, sondern auch der Wettkampf. Ich vergleiche mich immer mit einem schweren Raucher, der auch nur sehr schwer aufhören kann. Man muss sich vorstellen bei einer Jahreslaufleistung von bis zu 8.000 km gehört das Laufen einfach zum Leben dazu. Mein Ruhetag ist immer eine Qual, das hört sich vielleicht bescheuert an, ist aber so. Ich denke der wettkampfmäßige Laufsport wird aber aufhören, wenn ich keine Stockerlplätze mehr einlaufen kann. Aber freizeitmäßig zu laufen werde ich so lange ich gesundheitlich kann.
Was willst du in deiner "Laufbahn" noch alles erreichen?
Man muss schon realistisch sein, dass ich mich punkto Geschwindigkeit nicht mehr verbessern kann. Wenn ich diese Form noch einige Zeit halten könnte, wäre schon toll. Aber es gibt schon noch einige verrückte Sachen, die ich noch nicht abgehackt habe, wie beispielsweise einen 24-Stundenlauf alleine zu bewältigen.

Wolfgang Wallner ist sowohl Seriensieger mit 33 Erfolgen 2013 als auch Dauerläufer mit 8.000 km im Jahr.
Autor:

Werner Schrittwieser aus Melk

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