13.03.2017, 10:23 Uhr

1.224 Bestellungen bei Online-Händler nicht bezahlt

Ein mildes Urteil von Richter Slawomir Wiaderek. (Foto: I. Probst)

Familienvater bestellte Waren im Wert von 30.000 Euro ohne zu bezahlen

BEZIRK LILIENFELD. Wegen betrügerischem Datenverarbeitungsmissbrauch musste sich ein 28-Jähriger am Landesgericht St. Pölten verantworten. Er gestand zwischen November 2015 und April 2016 bei einem preisgünstigen Online-Händler 1.224 Bestellungen getätigt zu haben, ohne die entsprechenden Rechnungen in Höhe von mehr als 30.000 Euro zu bezahlen. Was er zunächst verschwieg, war die Verwendung verschiedener Vornamen bzw. gab er 20 verschiedene Geburtsdaten, darunter auch den 8. August 1926, an. Seiner damaligen Adresse in Rainfeld blieb er bei allen Bestellungen treu.
„Ich gebe zu, ich habe diese Waren bestellt, aber es war nicht meine Absicht, diese Rechnungen nicht zu bezahlen“, behauptete der Beschuldigte gegenüber Richter Slawomir Wiaderek. Er habe in seiner Wohnung ein Geschäft eröffnen und die günstig erworbenen Waren mit Gewinn verkaufen wollen, um so die Rechnungen zu bezahlen, verantwortete sich der Tschetschene, der ein guter Bekannter einiger Landsleute ist, die wegen der selben Masche bereits verurteilt wurden.

334 Sicherstellungen
Warum er auch nach Wochen, in denen er, seiner Aussage nach, nichts verkauft und nichts bezahlt habe, weiter bestellte, konnte der Beschuldigte nicht erklären. Im Zuge einer Hausdurchsuchung konnten 334 Stück diverser Waren sichergestellt werden. Die fehlenden 890 Stück, so der 28-Jährige, habe er verschenkt.
Der bereits zweimal zu bedingten Strafen verurteilte Vater von drei Kindern lebte damals wie heute von Sozialhilfe und erhält derzeit für seine fünfköpfige Familie 1.700 Euro monatlich. Entsprechend milde fiel die Geldstrafe des Richters aus. Neben zwölf Monaten bedingter Freiheitsstrafe muss der Tschetschene 180 Tagessätze zu je vier Euro bezahlen. Er hatte sich auch bereit erklärt, in Raten für den Schaden in Höhe von 15.173 Euro aufzukommen.
Zu dem noch nicht rechtskräftigen Urteil meinte der 28-Jährige erstaunt: „Ich bin hierher gekommen und habe geglaubt, dass ich gleich ins Gefängnis komme.“
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