02.09.2014, 00:00 Uhr

Der Nachzipf ist ein teurer Spaß

Verena hat es gut und auch das Geldbörsel der Eltern freut es wenn der ältere Bruder Martin kostenlose Nachhilfe gibt.

Immer mehr Schüler benötigen Nachhilfeunterricht. Eine große Belastung für die Familienbudgets.

BEZIRK (mg). In den vergangene Tagen entschied sich das Schicksal von 6.500 jungen Niederösterreichern, die sich in den Ferien auf einen Nachzipf vorbereiten mussten. Dabei haben sich die Betroffenen nicht nur ihre Freizeit verhaut, sondern auch die Finanzen der Eltern ordentlich belastet.

Hohe Kosten

Laut einer Arbeiterkammer-Studie geben Mama und Papa im Schnitt 670 Euro für Nachhilfe aus. Pro Stunde fallen zwischen 15 und 37 Euro Kosten an (siehe "Zur Sache"). Ein großes Problem, da in immer mehr Familien das Haushaltsbudget ohnehin mehr als angespannt ist.

Nicht immer notwendig

"Für manche Schüler ist Nachhilfeunterricht sicher sinnvoll aber wohl nicht immer notwendig. Frühzeitige Fördermaßnahmen und Möglichkeiten eine individuellen Betreuung würden dieser Problematik sicher entgegenwirken", meint Wilhelm Schreiber, Direktor der HLW in Türnitz.

Zu hohe Schüleranzahl

13 seiner Schützlinge mussten heuer zum Nachzipf antreten. Schreiber sieht die Problematik in der fehlenden individuellen Betreuung. "Solange aber die Klassenschülerhöchstzahl in den berufsbildenden höheren und mittleren Schulen bei 36 liegt, ist eine individuelle Betreuung des einzelnen Schülers nicht möglich", kritisiert der Schuldirektor. Auch die Teilungszahlen in verschiedenen Gegenständen würden nicht mehr den gestellten Anforderungen der heutigen Zeit entsprechen, so Wilhelm Schreiber.

Hohe Nachfrage

Alisa Haugeneder gilt als erfahrene Nachhilfelehrerin bei "Lernquadrat" in St. Pölten. Sie betreut auch immer wieder Schüler aus dem Bezirk Lilienfeld, vor allem aus der HLW in Türnitz.

Ansturm vor der Matura

"Trotz der vergleichsweise hohen Kosten für Nachhilfeunterricht steigt die Nachfrage in den letzten Jahren immer weiter an", so Haugeneder. Vor allem ein, zwei Jahre vor der Matura würde häufiger Nachhilfe in Anspruch genommen. "Es gibt auch Nachhilfe für Volksschulkinder, doch natürlich nicht in diesem Ausmaß wie für die "Großen", erklärt die nebenberufliche Nachhilfelehrerin Alisa Haugeneder.

Spitzenreiter Mathe

"Nachhilfeunterricht in Mathematik wird eindeutig am stärksten nachgefragt, gefolgt von Rechnungswesen, Chemie und Fremdsprachen", so Haugeneder.
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