02.11.2017, 13:19 Uhr

Lilienfelds Retter und Spechtler mit vier Propellern

Harald Wallner bewahrte mit Hilfe der Infrarotdrohne bereits zahlreiche Rehkitze vor dem qualvollen Tod im Mähwerk. (Foto: Wallner)

Immer mehr Drohnen sind im Luftraum des Bezirks Lilienfeld unterwegs. Das kann zu Problemen führen.

BEZIRK LILIENFELD. Sie sind ab 100 Euro zu haben und heben immer öfter im Bezirk ab. Doch nicht immer sind Drohnen ein Spaß für alle Beteiligten. Im benachbarten Wienerwald führte ein Fluggerät Anfang Juli zu einem Polizeieinsatz, weil der Pilot eine Nachbarin beim Sonnenbaden filmte. Die Bezirksblätter fragten nach, worauf man beim Betrieb einer Drohne achten muss.

Brave Lilienfelder

Die gute Nachricht vorweg, im Bezirk Lilienfeld gibt es keine fliegenden Spechtler, also andere Personen aus luftiger Höhe mittels Kamera auszuspionieren. Zumindest gibt es keine Anzeigen in diese Richtung in der Region.

Illegale Flugbewegung

Das bedeutet jedoch nicht, dass keine Drohnen im Luftraum zwischen Mitterbach und Kaumberg ihre Runden drehen. Ganz im Gegenteil, bei passendem Wetter lassen einige Lilienfelder ihre Fluggeräte abheben. Großteils illegal.
Ein passionierter Drohnen-Pilot aus dem Gölsental, der aus verständlichen Gründen ungenannt bleiben möchte, erklärt warum: "Erstens muss eine Versicherung abgeschlossen werden und zweitens benötigt man in Österreich eine Bewilligung für Drohnen, die Fotos und Videos erstellen und speichern können. Diese Bewilligung kostet etwa 400 Euro. Aus meiner Sicht ist es daher kein Wunder, dass sich fast alle diese Gebühren ersparen wollen und 'schwarz' fliegen", meint der langjährige "Pilot".

Fliegender Kitz-Retter

Harald Wallner aus St. Veit lässt seine Infrarotdrohne abheben, um Tierleben zu retten. Bei Mäharbeiten sterben jährlich allein in Österreich hunderte Rehkitze, da sie im hohen Gras vom Landwirt übersehen werden. Der St. Veiter hat die Lösung. Das Gebiet, das der Bauer abmähen will, wird zuvor von der Drohne überflogen. Aus der Luft werden die jungen Tiere als rote Punkte am Boden erkannt. "Ich war aber auch schon im Waldviertel, in Kärnten und der Steiermark bei der Früherkennung von Schädlingsbefall in Wäldern im Einsatz", so der St. Veiter.

Zur Sache:
Im ersten Halbjahr 2017 wurden rund 1.100 Drohnen in Österreich bewilligt. Für den Betrieb der ein bis zwei Kilogramm schweren Mittelklasse-Drohnen ist eine Versicherung vorgeschrieben. Zudem gibt es Auflagen. Die Drohne darf nur in Sichtweite und nicht weiter als 500 Meter entfernt geflogen werden. Die maximale Flughöhe beträgt 150 Meter. Eine spezielle Bewilligung ist erforderlich, sobald mit der Bordkamera Fotos oder Videos gemacht und auch gespeichert werden. Die Kosten betragen zwischen 300 und 400 Euro.
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