23.11.2016, 09:33 Uhr

Mit dem Revolver durch die Wälder

Geht es nach den Landesjagdverbänden und der Volkspartei, dürfen Jäger zukünftig auch mit Pistolen durchs Revier streifen. (Foto: privat)

Kurzfeuerwaffen für Lilienfelds Jäger auch ohne entsprechenden Waffenpass? Politiker sind gespaltener Meinung.

BEZIRK LILIENFELD. Die Diskussionen über die von ÖVP und den Landesjagdverbänden geforderte Novellierung des Jagdgesetzes, die Jäger dazu berechtigen würde, Kurzwaffen (z. B. Pistolen und Revolver) mitzuführen und anwenden zu dürfen, gehen auch am Bezirk Lilienfeld nicht spurlos vorbei.

Bader: "Tierschutz"

Einen starken Fürsprecher für ihre Anliegen finden die Jäger der Region in ÖVP-Bezirksobmann Karl Bader. "Für die Nachsuche vor allem beim Schwarzwild, aber auch für das Erlegen von Wildtieren nach Kfz-Unfällen sollte den Jägern die Verwendung von Kurzwaffen erlaubt sein. Dies wäre im Sinne des Tierschutzes durchaus gerechtfertigt", so Bader.

Bezirksjägermeister Martin Schacherl ergänzt: "Die Jäger werden in ihrer Ausbildung im Umgang mit Waffen intensiv geschult. Kurzwaffen werden für die Abgabe von Fangschüssen (Töten eines verletzten Wildtieres auf kurze Distanz) und bei der Nachsuche bei krank geschossenem Wild verwendet".

Dass es durch die Gesetzesänderung zu noch mehr Waffen in Privatbesitz käme, sieht der Bezirksjägermeister nicht als Problem: "Dass sich Jäger ihrer Verantwortung im Umgang mit Waffen bewusst sind, zeigt die geringe Zahl von Vergehen mit Kurzfeuerwaffen aus der Jägerschaft". Zudem gibt er zu bedenken: "Ein potentieller Täter kann sich jederzeit Waffen am Schwarzmarkt besorgen".

"Taten müssen folgen"

Erfreut über den Vorstoss der Volkspartei zeigt sich FPÖ-Bezirksobmann Christian Hafenecker: "Schön, dass die ÖVP nun nach über einem Jahr auch einmal munter wird. Ihren Worten müssen aber auch Taten folgen“, poltert der Freiheitliche aus Kaumberg.

"Es ist völlig unverständlich, dass besonders seit 2012 kaum mehr Waffenpässe für Jäger ausgestellt werden, obwohl sich die Gesetzeslage, die sich am Bedarf orientiert, seit Jahrzehnten nicht geändert hat. Offenbar haben die Verantwortlichen keine Ahnung davon, dass die Nachsuche nach Wild im Dickicht mit dem Gewehr kaum möglich ist und zudem auch gefährlich sein kann", so Hafenecker.

Der Bezirksobmann der Sozialdemokraten, Herbert Thumpser, kann dem Vorschlag nicht viel Positives abgewinnen: "Diese Diskussion brauchen wir wie einen Kropf! Ich glaube, dass wir zur Zeit ganz andere Probleme haben. Grundsätzlich bin ich gegen diese Änderung, weil ich den Sinn nicht sehe", so Traisens Bürgermeister.
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