07.10.2014, 10:16 Uhr

'Routine ist einfach unersetzbar'

Führerscheinbesitzer (Vermutung d. Red.) rollen täglich trotz unübersehbarer Beschilderung in falscher Richtung durch Traisen.

Die BEZIRKSBLÄTTER baten routinierte Lenker nach Jahren hinterm Steuer zur Führerscheinprüfung.

BEZIRK (mg). Wer regelmäßig hinterm Steuer sitzt, kennt das: Selbst ist man ein wirklich guter Fahrer, aber links, rechts, vorne und hinten ist man von gemeingefährlichen "Volldeppen" umgeben. Doch Vorsicht! Nirgendwo klafft die Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Realität so weit auseinander wie im Schlafgemach und hinterm Steuer.
Auch in Traisen trifft man immer wieder Autolenker, die Fahrverbotsschilder ignorieren, als hätten sie nie eine Fahrschule von innen gesehen (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten in der vorwöchigen Ausgabe exklusiv über diese Problematik).

Vielfahrer im Test
Wir baten nun Lilienfelds "Kilometerfresser" Karl Bader, Christian Hafenecker und Burkhard Eberl zum Test. Die drei Männer spulen dienstlich jedes Jahr zigtausend Kilometer herunter. Eines vorweg - alle drei Routiniers nahmen ihre Testergebnisse mit Erstaunen, aber auch mit Humor zur Kenntnis.

Verwirrende Fragestellung
Burkhard Eberl, Leiter der AK-Bezirksstelle in Lilienfeld, war von seinem Abschneiden bei der virtuellen Führerscheinprüfung enttäuscht. "Ich war schon ein wenig überrascht, was da alles im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten ist. Meine Führerscheinprüfung liegt nun doch schon einige Jährchen zurück", so Eberl. Er vermutet, dass die teilweise verwirrende Fragestellung und der unerbittliche Computer zu dem Ergebnis beigetragen haben. "Ich beneide die heutigen Prüflinge nicht. Wir waren zwar zu unserer Zeit so mancher Willkür der Prüfer ausgeliefert, doch wir konnten uns hin und wieder doch noch rausreden", scherzt Eberl.

Erfahrung zählt
Auch Karl Bader hätte mit seinem Testergebnis den "Lappen" nicht bekommen. "Ich bin nicht überrascht. Die Führerscheinprüfung ist 'ewig' her, aber die lange Erfahrung kompensiert da sicher einiges und insgesamt verzichte ich lieber auf meinen Vorrang, als dass ich gefährliche Situationen auf der Straße riskiere", meint der VP-Bezirksobmann.

Hausverstand siegt
Der Freiheitliche, Christian Hafenecker, stellte sich dem Test gleich zwei Mal. Mit dem zweiten Resultat hätte er den heiß ersehnten Schein auch als Kandidat bei einer echten Prüfung ergattert: "Der Hausverstand sollte vor einem monotonen Auswendiglernen der Prüfungsfragen stehen. Theoretisches Wissen kann intuitives Handeln in Gefahrensituationen nicht ersetzen."

Die Links zu den Online-Prüfungen für alle, die es selbst versuchen wollen:
http://www.oeamtc.at/portal/online-fuehrerschein-t...
http://www.arboe.at/auto-motor-rad/fuehrerschein/f...
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