25.10.2017, 11:39 Uhr

Unser Bezirk im Wandel der Zeit

Endstation: Kein Zug rollt mehr über den Gerichtsberg.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich zwischen Kaumberg und Mitterbach einiges verändert.

BEZIRK LILIENFELD. Wo 1989 noch Grünland war, stehen heute Supermarktfilialen. Wo früher gemächlich Regionalzüge Richtung Leobersdorf rollten, spazieren heute Rehe über den verwaisten Bahndamm. Wie das ganze Bundesland hat sich auch der Bezirk Lilienfeld seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelt. Positiv, aber auch negativ. Die BEZIRKSBLÄTTER auf den Spuren der Veränderung.

Hohe Investitionen

"Im Bezirk gab es zahlreiche Investitionen, sowohl betrieblich als auch öffentlich. Dabei denke ich an die vielen Tourismusprojekte von Mitterbach bis Ramsau, die Mariazellerbahn und die Landesausstellung. Auch in die Pflegeheime und das Krankenhaus wurde kräftig investiert", erinnert sich ÖVP-Bezirksobmann Karl Bader an die vergangenen 28 Jahre.

Strukturelle Veränderungen

"Darüber hinaus gab es natürlich gewaltige strukturelle Veränderungen, dabei meine ich die Postpartner, Bahnhöfe und Haltestellen sind nicht mehr komplett besetzt, doch wurde viel investiert. Das Sterben der kleinen Lebensmittelhändler ist in den kleineren Gemeinden stark spürbar, der Bauwahn von Lebensmittelmärkten mit immenser Verkaufsfläche ist diametral zur Kaufkraftentwicklung", fährt Rohrbachs Bürgermeister fort. "Der Verkehr wurde viel mehr. Züge wurden beschleunigt und Verbesserungen im öffentlichen Verkehr durchgeführt", so Karl Bader.

Infrastruktur-Kahlschlag

Letzteres sieht FPÖ-Bezirksobmann Christian Hafenecker ganz anders. Er sieht einen "Kahlschlag" bei der Infrastruktur, vor allem die Schließung der Leobersdorfer Bahnlinie. Zudem erkannte er einen "Anstieg des Kriminaltourismus aus dem Osten infolge der Grenzöffnung. Es wanderten auch Firmen ins billigere Ausland ab und durch die starke Zuwanderung kam es auch zu Lohndumping. Genauso setzte leider auch das Bauernsterben mit einer starken Reduktion der landwirtschaftlichen Betriebe infolge des Preisdrucks ein", so Hafenecker. Für die Verantwortungsträger im Bezirk gäbe es daher zahlreiche Herausforderungen.
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