22.10.2017, 18:22 Uhr

Michi Rudolf lief auf Hawaii um ihr Leben

Michaela Rudolf auf ihren letzten Metern ihres abschließenden Marathons auf Hawaii. (Foto: privat)

45-jährige Triathletin vom ASKÖ Hainfeld erfüllte sich mit dem Weltmeistertitel ihren Lebenstraum.

Du hast dich vor wenigen Tagen beim Ironman auf Hawaii zur Weltmeisterin deiner Altersklasse gekrönt. Wie hast du dich auf den "Tag X" vorbereitet?
MICHAELA RUDOLF: Dies ist nicht von heute auf morgen gegangen, schließlich trainiere ich schon jahrelang und der WM-Titel hat auch nicht gleich beim ersten Mal geklappt. Nach zwei vierten Plätzen 2008 und 2009 und einem Vizeweltmeistertitel 2011 ist es mir nun endlich gelungen ganz vorne zu landen. Dies bedeutet tägliches Training und auf vieles zu verzichten. Natürlich habe ich versucht mich dieses Jahr noch spezieller vorzubereiten.

Was hast du anders gemacht?
Ich hatte das große Ziel vom Titel vor Augen - ganz wichtig ist es dieses Ziel nie aus den Augen zu verlieren, auch wenn im Training nicht immer alles nach Wunsch läuft und das war dieses Jahr definitiv der Fall. Aber ich sagte mir immer „Ich will Weltmeisterin werden" und mein Körper hat mich noch nie im Stich gelassen. Mit diesem Willen, viel Konsequenz und Durchhaltevermögen, wenn es mal nicht so läuft, habe ich es schließlich geschafft.

Wie war dann die unmittelbare Vorbereitung in der Woche vor dem großen Rennen?
Ganz wichtig ist es, ruhig zu bleiben, denn der Köper braucht doch einige Tage zum Akklimatisieren. Bei den ersten Trainings hier vor Ort war der Puls relativ hoch, doch das legt sich dann nach ein paar Tagen. Der Morgen begann mit Schwimmtraining auf der Wettkampfstrecke, dann eine Radeinheit und ein kurzes Läufchen. Einmal noch eine längere Radausfahrt und wie gesagt jeden Morgen Schwimmen. Man darf sich auch hier nicht nervös machen lassen, denn es wird hier unentwegt trainiert und das ziemlich flott. So gewöhnt sich der Körper ganz gut an die schwierigen Bedingungen auf Hawaii.

Nun zum Rennen selbst: Was war für dich die größte Herausforderung?
Ruhig zu bleiben, fokussiert zu sein und stark im Kopf zu bleiben. Die Bedingungen waren sehr hart, das Schwimmen war ganz gut, da das Meer relativ ruhig war. Beim Radfahren war der Wind teilweise ganz schön heftig und das zerrt an den Kräften, wenn man gegen den Wind fahren muss. Dann noch der Marathon - es war ausgesprochen heiß, aber ich kenn ja die Strecke und wusste was auf mich zukam. Noch dazu einerseits die Freude, dass ich nach dem Radfahren in Führung lag, doch andererseits nun die Gejagte war. Dieser Druck war sehr hart für mich und ich konnte nie nachlassen und musste alles geben. Auch Erinnerung an 2011 kam hoch, wo ich auch sehr lange in Führung lag und dann auf den letzten Kilometern noch überholt wurde. Ich lief wirklich um mein Leben und dieses Jahr hat es geklappt.

Mittlerweile sind bereits ein paar Tage seit deinem großen Triumph vergangen - hast du schon alles realisiert?
Ich realisiere es von Tag zu Tag mehr und die vielen Glückwünsche, die ich täglich bekomme machen mich sehr stolz. Dies ist der Lohn für jahrelange harte Arbeit. Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden.

Du hast in der Vorbereitung auf den Ironman auf vieles verzichtet - mit was hast du dich jetzt nach dem Rennen selbst belohnt?
Einfach sich nicht einzuschränken und ohne schlechtes Gewissen mit meinen Freunden, die mitgekommen sind, zu feiern. Einfach eine Woche relaxen auf Hawaii, natürlich auch mit ein paar Mai Tais!

Gönnst du dir jetzt mal eine wohlverdiente Pause?
Ja, nun ist mal Pause angesagt und wie es weiter geht, bin ich mir noch etwas unschlüssig, aber Sport und Triathlon sind einfach mein Leben.

Mit dem Weltmeistertitel hast du dir deinen Lebenstraum erfüllt. Was gibt es jetzt noch für Ziele für dich?
Es gibt immer neue Ziele, die man sich setzen kann. Denn mein Motto lautet „Ein Weg ohne Ziel, bringt mich nicht weiter" und schließlich will ich immer weiterkommen. Welche Ziele dies sein werden, muss ich mir allerdings erst überlegen. Jetzt wird der Triumph erstmal genossen!
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