Auf Zeitreise in Pasching

Autor Manfred Carrington und Manfred Leitner (Obmann Kulturausschuss, ÖVP) mit einem Reibstein aus der Jungsteinzeit.
  • Autor Manfred Carrington und Manfred Leitner (Obmann Kulturausschuss, ÖVP) mit einem Reibstein aus der Jungsteinzeit.
  • Foto: ÖVP Pasching
  • hochgeladen von Oliver Wurz

Seit Anfang des Jahres dreht sich bei Manfred Carrington vom Lentia Verlag alles um Pasching, unsere Geschichte und die Menschen, die unsere Gemeinde geprägt haben.

PASCHING (red). Carrington wurde mit der Erstellung einer Paschinger Chronik beauftragt und erzählt im Interview über seine bisherigen Erfahrungen bei Recherchieren und Schreiben.

Wie weit sind Sie bisher mit der Chronik gekommen?


Carrintgon:
Ich arbeite nicht chronologisch, denn es kommen jeden Tag aus den unterschiedlichsten Quellen neue Inhalte zu den einzelnen Zeitabschnitten herein. Vor Kurzem habe ich beim Macherfried die Relikte aus der Jungssteinzeit besichtigen dürfen, das ist schon etwas sehr Besonderes in einer Zentralraumgemeinde. Am Tag darauf habe ich mich wiederum mit dem 1. Weltkrieg beschäftigt, dieses Kapitel habe ich jetzt schon gut abgedeckt. Die Chronik ist wie ein Puzzle und jede Information die ich erfahre, ist ein neuer Teil. So ergibt sich langsam aber sicher ein sehr einzigartiges Bild der Gemeinde Pasching.

Mit wem haben Sie im Laufe Ihrer Recherche schon gesprochen?

Inzwischen sind es bestimmt weit über 100 Leute, mit denen ich gesprochen habe. Da sind sehr viele ältere Menschen dabei, die mir ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Schicksale beschreiben. Auch interessante Fakten über den Ersten Weltkrieg kommen zu Tage wie zum Beispiel Notizen des damaligen Pfarrers, welcher schrieb: „Wieviel aus der Pfarre Pasching eingerückt sind, läßt sich nicht feststellen. Wissen sie ja in größeren Bauerngütern nicht einmal die Namen der eingerückten Knechte. Kaum einige Wochen im Dienste, mußten sie denselben verlassen und einrücken.“
Oder die Geschichte einer 92jährigen Donauschwäbin, die sich nach fünf Jahren Kriegsgefangenschaft in Russland mit Ihrer Familie in Langholzfeld ansiedelte. Während sie ihr Haus mit eigenen Händen aufbaute, wohnten sie nebenan in einer kleinen Holzhütte. Mich beeindruckt diese Bescheidenheit der damaligen Zeit mit ihren unglaublichen Schicksalen.

Was hat Sie besonders beeindruckt?

Besonders beeindruckend ist das unglaubliche Fotomaterial, das den Betrachter direkt in eine andere Zeit versetzt. Ich habe erste Bilder aus dem Jahr 1890. Wie die Menschen damals angezogen waren und wie die Gemeinde ausgesehen hat, ist sehr spannend. Kürzlich habe ich aus einem amerikanischen Archiv eine Luftaufnahme vom Mai 1945 erhalten. Dort sind die Flackstellungen, Barackenlager und sämtliche militärischen Einrichtungen zu sehen. Diese Bilder nehmen uns mit auf eine wahre Zeitreise und ich freue mich schon sehr darauf, wenn ich alle Paschinger mit auf diese Reise nehmen kann.

Wir sind schon gespannt, wann wird die Chronik fertig sein?

Laut Plan wird die Chronik im kommenden Oktober erscheinen. Ich habe noch viel Arbeit vor mit. Momentan werden gerade die ältesten Häuser in Pasching bestimmt, da betreibe ich Ahnenforschung bis nach Deutschland, um weitere Details über die Menschen und Geschichten zu erfahren. Eines kann ich schon versprechen, es wird mit Sicherheit ein sehr spannendes Buch.

Sie haben ja schon mehrere Chroniken geschrieben, was macht die Arbeit in Pasching besonders?
In Pasching menschelt es einfach viel mehr als in anderen Gemeinden. Statt seitenlangen Abhandlungen über Industriegeschichte oder Kriegsabläufe beschäftige ich mich hier viel mehr mit Einzelschicksalen, kann hinter die Fassade blicken und einen echten Eindruck davon geben, wie das Leben in Pasching in der jeweiligen Zeit war. Ein großer Dank gilt dabei den vielen Paschingern, die sich so aktiv einbringen. Alle mit denen ich gesprochen habe waren sehr hilfsbereit und interessiert. Ich fühle mich immer sehr willkommen und freue mich über jedes neue Foto und jede neue Geschichte die ich erzählt bekomme.

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