Matura in der Corona-Krise
„Derzeit ist noch alles so unsicher“

Erkenntnis bei der Schülerhilfe: Besonders Oberstufenschüler müssten mittels E-Learning nicht mehr vor Ort sein.
  • Erkenntnis bei der Schülerhilfe: Besonders Oberstufenschüler müssten mittels E-Learning nicht mehr vor Ort sein.
  • Foto: Schülerhilfe Traun
  • hochgeladen von Klaus Niedermair

Seit mehr als drei Wochen findet aufgrund der Corona-Krise der Unterricht von zu Hause statt, wir haben nachgefragt.

LINZ-LAND (nikl). „Ich weiß, dass es eine chaotische Zeit für alle ist, aber wir Maturanten brauchen viel mehr Informationen. Es sind zwar die richtigen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus gesetzt worden, aber es ist keine faire Matura, wenn uns die Vorbereitungszeit mit den Lehrern genommen wird. Im Gegenteil: Wir brauchen mehr Vorbereitungszeit mit unseren Lehrern“, schildert Michael Genser, Maturant der 8C-Klasse des Bundesrealgymnasiums Traun, zwei der dringlichsten Wünsche der 50 Maturanten wenige Wochen vor der Reifeprüfung.

„Wir müssen alles selber lernen“

Für Genser ist die größte Herausforderung, „dass wir uns alles selber erlernen müssen. Ich zum Beispiel bin schwer betroffen in Mathematik und muss aktuell wegen Corona noch auf die Nachhilfe verzichten.“ Hier funktioniert zum Glück, wie auch im Alltag, die Gemeinschaft untereinander: „Ja, wir verstehen uns gut in der Klasse, wir haben eine WhatsApp-Klassengruppe, hier schreiben wir rein, wenn eine Frage auftaucht.“ Dennoch ergibt sich für den Maturanten schon das nächste Problem: „Wenn wir die schriftliche Matura wirklich Mitte Mai schreiben, finde ich, ist es ein großes Risiko, wenn Dutzende Maturanten in einem Raum sind und vielleicht einer das Corona-Virus in sich trägt. Was ist dann, wenn einer mehrere ansteckt, dann können die drei Wochen später zur schriftlichen Matura nicht antreten.“

„Wir machen uns auf jeden Fall Gedanken darüber“

Diese Sorge nimmt Christian Rad, Direktor des BRG Traun, natürlich auf: „Wir machen uns auf jeden Fall Gedanken darüber. Die Maturanten mussten schon bisher bei der schriftlichen Matura mehr als einen Meter auseinander sitzen.“ Generell ist das Thema Matura noch ein großes Fragezeichen für den Schulleiter: „Die Matura ist noch weit weg. Derzeit ist noch alles so unsicher.“ Auf der anderen Seite hat sich, nach technischen Schwierigkeiten bei Programmen, der Unterricht eingespielt. Rad: „Nach Ostern werden wir beginnen, auch neue Inhalte zu erarbeiten. Nach drei Wochen Wiederholung muss auch etwas Neues ins Programm.“

Geborgenheit in der Familie wichtig

So ist es auch in der neuen Musikmittelschule Enns. „In einzelnen Gegenständen wird neuer Lernstoff erarbeitet, in anderen Fächern werden Lerninhalte wiederholt und vertieft. Meine Klasse ist es gewöhnt, mit Lernplänen zu arbeiten. In diesen Phasen ist es selbstverständlich, sich auch neue Lerninhalte zu erschließen“, betont die Pädagogin Claudia Schön und hat auch gleich einen Unterrichtstipp für die Eltern: „Unterstützen Sie Ihr Kind darin, den Tag in Lernphasen, Pausen und Freizeit einzuteilen. Es soll besprochen werden, welche Aufgaben wann zu erledigen sind und für ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten gesorgt werden. Und dennoch ist im Moment nichts wichtiger als Geborgenheit und der Zusammenhalt in der Familie.“

Nachhilfe per Video

Wer dennoch Nachhilfe für den Nachwuchs braucht, steht nicht vor „verschlossenen Türen“. Zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen haben Nachhilfeinstitute auf den digitalen Nachhilfeunterricht umgestellt, so wie die Schülerhilfe Traun. „Mittels Videounterricht können wir in allen Gegenständen Nachhilfe anbieten, nur die Rahmenbedingungen sind anders“, betont Birgit Kopf von der Schülerhilfe in Traun. Mittels interaktiver Tafel betreut ein Lehrer je zwei Schüler. Kopf: „Wenn Maturanten zu uns kommen, können sie mehr Zeit in Anspruch nehmen, wenn der Stoff umfangreicher ist.“ Was aus der Not heraus geboren wurde, soll nach der Corona-Krise ins fixe Angebot bei der Nachhilfe übernommen werden.

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