ÖBB-Pläne stoßen auf Widerstand

Der drohende Wegfall der Haltestelle im Zuge des Ausbaus der Weststrecke ist den Paschingern ein Dorn im Auge.
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Durch den Ausbau der Strecke Linz-Marchtrenk soll Pasching-Ort seine Haltestelle verlieren.

PASCHING (wom). Gleich mehrfach profitieren soll die Paschinger Bevölkerung durch den viergleisigen Ausbau der ÖBB-Bahnstrecke Linz-Marchtrenk. So liest man in der aktuellen Ausgabe der Paschinger Gemeindezeitung. Durch die Verlegung der Trasse wäre Pasching Ort nicht mehr zerschnitten und könne als Siedlungsgebiet zusammenwachsen. Zudem würde durch die veränderte Streckenführung die Lärmbelästigung deutlich reduziert, und sie sei um 20 Millionen Euro billiger als der Ausbau der bestehenden Trasse, heißt es. Während im Zuge dieses Ausbaus in den Gemeinden Leonding, Hörsching und Oftering neue Haltestellen gebaut werden sollen, wäre in Pasching kein Halt mehr vorgesehen. Lediglich die Voraussetzungen, um später eine Haltestelle zu errichten, würden geschaffen.

Kritik wegen Haltestelle

Diese Tatsache stößt vor allem bei jungen Paschinger Gemeindebürgern auf Widerstand. "Von einer geplanten Verschwenkung beziehungsweise einem viergleisigen Ausbau mit S-Bahn-System haben wir nichts, wenn wir unsere Haltestelle nicht behalten dürfen", stellt Peter Öfferlbauer, Paschings wilder Gemeinderat, fest. Und er ist nicht allein mit dieser Kritik. "Die Schließung der Bahnhaltestelle schränkt vor allem die Jungen in Pasching erheblich ein. Wer kein Auto besitzt, ist dann auf den Flughafenbus angewiesen. Ich studiere in Wien und bin eine schnelle Verkehrsanbindung mit den Öffis gewohnt. Ein Leben in Pasching mit nur einem Bus erscheint mir undenkbar", erklärt Linda Haderer aus Pasching. Auch der 25-jährige Martin Grillmair stößt ins selbe Horn. "Die Infrastruktur ist schon jetzt – auch was In-Lokale betrifft – recht unterdurchschnittlich, ohne Zug brauchen wir im Ort Pasching nun tatsächlich alle ein Auto, zumal sich auch die Arbeitsplätze in der Regel nicht im Ort befinden", so der Student aus Pasching-Ort. "Pasching ist die einzige Gemeinde auf der Strecke Wels-Linz, die keine Haltestelle erhalten soll. Damit kann und darf sich die Paschinger Politik einfach nicht abfinden. Hier orte ich einen dringenden Auftrag an unsere Gemeinde-Regierung, endlich mehr Einsatz zu zeigen", ist Öfferlbauer überzeugt. "Die Verkehrssituation im Ort Pasching ist ohnehin schon extrem angespannt. Nach 18 Uhr wird es mit den anderen Öffis bereits schwierig, den Ort zu erreichen oder zu verlassen", fügt der Gemeinderat hinzu. Bürgermeister Peter Mair ist aus den bereits genannten Gründen für den geplanten viergleisigen Ausbau, will sich aber für eine Haltestelle in Pasching stark machen. "Laut ÖBB ist in Pasching aufgrund von mangelnder Frequenz sowie Problemen bei der Taktung der Züge keine Haltestelle mehr vorgesehen. Ich werde weiterhin dafür eintreten und im eisenbahnrechtlichen Verfahren, welches im Frühjahr weitergeht, eine Haltestelle für Pasching einfordern", so der Gemeindechef.

ÖBB-Ausbaupläne

Die ÖBB planen den viergleisigen Ausbau der Weststrecke auf dem Abschnitt zwischen Linz und Wels. Dadurch soll die Strecke für den steigenden Personen- und Güterverkehr fit gemacht werden. Insgesamt eine Milliarde Euro wird investiert. Der Baubeginn ist für 2020 angesetzt. Fertigstellung sowie Inbetriebnahme werden schrittweise zwischen 2026 und 2028 erfolgen. Die Bauarbeiten führt dieÖBB-Infrastruktur AG aus. Im Zuge der Verlegung der Bahnstrecke erhalten die Gemeinden Leonding, Hörsching und Oftering neue Haltestellen. In Pasching werden die Voraussetzungen, um später eine Haltestelle errichten zu können, geschaffen.

Kommentar: Die Weichen für die Zukunft stellen

Die Lebensqualität einer Gemeinde setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Neben ausreichend vorhandenem leistbaren Wohnraum und einer umfassenden Kinderbetreuung zählt unter anderem auch eine gut funktionierende Infrastruktur dazu. Gerade in Zeiten, in denen der Trend immer weiter weg vom Individualverkehr hin zum Gebrauch des öffentlichen Verkehrsnetzes geht, ist es notwendig, das Angebot – auch für die Zukunft – dementsprechend zu gestalten. Der geplante viergleisige Ausbau der Weststrecke zwischen Linz und Wels stellt einen Schritt in diese Richtung dar. Jedoch sollten von so einem großen Infrastrukturprojekt alle Betroffenen profitieren. Durch den vorgesehenen Wegfall der Haltestelle in Pasching Ort, wären die Bürger dort allerdings von dieser Neuerung abgeschnitten.

Autor:

Oliver Wurz aus Linz-Land

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