„Rescue me!“ im Mittelpunkt

Die Gesellschaft zum Nachdenken anregen.
  • Die Gesellschaft zum Nachdenken anregen.
  • Foto: BRG Traun
  • hochgeladen von Klaus Niedermair

BEZIRK (nikl). In Zusammenarbeit mit Choreografin Silke Grabinger entstand am Bundesrealgymnasium Traun eine außergewöhnliche, berührende Performance. Seit dem Jahr 2014 wird ab der sechsten Klasse ein Wahlmodul „Theater“ angeboten.

Retten und Gerettet-Werden stand im Mittelpunkt

Im Vorjahr entstand aus dem Anlass „70 Jahre Kriegsende“ das Stück „kriegsmüde“, das zwei Mal in der Spinnerei aufgeführt wurde. Aufgrund der aktuell vorherrschenden Situation in der Gesellschaft wurde heuer das Thema Retten und Gerettet-Werden erarbeitet. Ausgangspunkt des Theaters war die Arbeit mit dem Körper. „Wir bieten ein Thema an und geben dazu verschiedenste Impulse, dieses Mal waren es Brechts Flüchtlingsgespräche: Materialien teils literarisch und dokumentarisch, dazu kamen Zeugenaussagen, Videos sowie Theatersequenzen aller Art“, betont Grabinger.

„Theaterspielen ist miteinander Neues entwickeln“

Textlich enthalten ist passende Literatur bis zu der Fluchtgeschichte einer Schülerin, von der die Lehrer erst in der Theaterwoche erfahren haben. „Theaterspielen ist miteinander Neues entwickeln, gemeinsames Agieren und aufeinander Eingehen: Übungsraum für das reale Leben!“, betonen Ute Bauer und Andrea Plass, die betreuenden Lehrkräfte am Bundesrealgymnasium Traun.

Vorstellungen waren ausverkauft

Grabinger: „Inhaltlich zeigt das Stück einerseits, dass Flucht und Flüchten-Müssen etwas ist, das quasi seit immer und in allen Kulturen stattfindet, dass es also auch ein Zufall der Geschichte ist, dass wir gerade nicht flüchten dass es aber auch schon anders war. Egal, wer flüchten muss, es löst immer einen Bruch in der Biografie und in der Geschichte des Landes aus und es braucht immer die Retter, das das Unglück für einige kleiner wird. Die Frage stellt sich, wie Retten aussehen kann und das Stück vermittelt, dass es damit beginnt, bewusst hinzuschauen, sich berühren und bewegen zulassen.“ Die Performance wurde am 22. und 23. April heurigen Jahres in der Spinnerei in Traun aufgeführt – beide Male waren die Vorstellungen bis auf den letzten Platz ausverkauft. In einer Vorstellung saß der syrische Theaterkritiker Ali Al Hassan, derzeit Flüchtling in Haid – der von der Art und Weise, wie das Thema ausführlich umgesetzt wurde, so angetan war, dass er Kontakt zu mir aufnahm.“

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