Wahl 2021 in Oberösterreich
GRÜNEN Leonding: Landtagskandidat Lukas Linemayr

Der 31-jährige Leondinger Lukas Linemayr möchte in Oberösterreich ein verfassungsrechtliches Grundrecht auf schnelles und leistbares Internet für alle.
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  • Der 31-jährige Leondinger Lukas Linemayr möchte in Oberösterreich ein verfassungsrechtliches Grundrecht auf schnelles und leistbares Internet für alle.
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Der 31-jährige Leondinger Lukas Linemayr (Grünen) kandidiert als Spitzenkandidat des Bezirks Linz-Land für die oberösterreichische Landtagswahl am 26. September.

LEONDING. Der Geschäftsführer der Linzer Digitalagentur CIC Lukas Linemayr setzt sich seit sechs Jahren intensiv für die Grünen in Leonding ein. Wieso er als Spitzenkandidat antritt, welche Probleme und Chancen er sieht, hat uns der gelernte Programmierer im Interview verraten:

Warum kandidieren Sie für den OÖ. Landtag und welche Themen würden Sie dort gerne vorantreiben?
Ich sehe unsere Gesellschaft in den nächsten zwei Jahren mit zwei großen Problemen konfrontiert: Einerseits wird der Klimawandel immer mehr Einfluss auf unser tägliches Leben haben, andererseits geht die Schere zwischen Arm und Reich in unserem Land immer weiter auseinander. Für beide Herausforderungen hat die grüne Bewegung Lösungsvorschläge – diese möchte ich in den oberösterreichischen Landtag einbringen.

Wie erleben Sie den Wahlkampf bis jetzt?
Ich bin schon relativ lange ehrenamtlich politisch aktiv und habe schon viele Wahlkämpfe erlebt: Überraschend an diesem Wahlkampf ist mit Sicherheit, dass sämtliche Parteien – selbst die FPÖ – sich intensiv mit Umweltschutz und dem Klimawandel beschäftigen. Leider befürchte ich, dass den großen Reden wie „Klimaschutz mit Hausverstand” wenige bis keine Taten folgen werden. Und genau das ist unser Angebot als Grüne, mit dem wir versuchen zu überzeugen: Wir wollen gemeinsam mit allen Menschen in diesem Land daran arbeiten, diese riesengroße Herausforderung ernsthaft anzugehen.

Welches Wahlziel haben Sie sich persönlich gesetzt?
Der oberösterreichische Landtag wird für sechs Jahre gewählt. Das ist in der Politik eine unglaublich lange Zeit. Und genau diese sechs Jahre werden es sein, die darüber entscheiden, ob die Landesregierung sich weiterhin gegenseitig auf die Schultern klopfen wird oder ob der Ernst der Lage erkannt wird. Es braucht echte Maßnahmen bezüglich Grünraumschutz, öffentlichen Verkehr und modernes zukunftsorientiertes Wirtschaften. Mein persönliches Ziel ist es, genau für die Themen kämpfen zu können – und dafür braucht es ein möglichst starkes Mandat für die Grünen.

Wo sehen Sie im Bezirk Linz-Land Verbesserungspotenzial?
Natürlich sind die Herausforderung je nach Gemeinde in Linz-Land recht unterschiedlich. Was aber den gesamten Bezirk betrifft: Es braucht endlich ein gut ausgebautes und leistbares Öffi-System für alle. Dank dem Klimaticket wird es in Zukunft auch für Nicht-Linzer das Linzer Kernzonen-Ticket um 365 Euro geben – das ist ein erster wichtiger Schritt für unseren Bezirk. Jetzt geht es aber darum, die Öffi-Revolution weiterzuentwickeln: Es muss einfache, angenehme und günstige Alternativen zum Auto geben! Ein riesengroßes Problem in Linz-Land ist auch der Flächenverbrauch: Statt Ortszentren zu verdichten wird immer wieder auf der grünen Wiese gebaut – dadurch gehen Unmengen an wertvollen landwirtschaftlichen Flächen verloren. Das sind genau jene Flächen, die wir in den nächsten Jahrzehnten für eine gesunde und regionale Ernährung benötigen. Hier muss es bei den anderen Parteien endlich ein Umdenken geben – Grünflächen sind leider keine nachwachsende Ressource, die man einfach immer weiter verbrauchen kann.

Ein riesengroßes Problem in Linz-Land sei der Flächenverbrauch: Statt Ortszentren zu verdichten würden immer wieder auf der grünen Wiese gebaut - dadurch gehen laut Linemayr Unmengen an wertvoller landwirtschaftlicher Fläche verloren.
  • Ein riesengroßes Problem in Linz-Land sei der Flächenverbrauch: Statt Ortszentren zu verdichten würden immer wieder auf der grünen Wiese gebaut - dadurch gehen laut Linemayr Unmengen an wertvoller landwirtschaftlicher Fläche verloren.
  • Foto: Die Grünen Leonding
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Wie steht es um den Breitbandausbau in Oberösterreich? Wo steht man österreichweit im international Vergleich?
Bei meinem Job als Geschäftsführer einer Linzer Digitalagentur komme ich viel im Land herum. Das Verschlafen der Digitalisierung ist ein Fehler, der sich zunehmend in der Realwirtschaft zeigen wird. Betriebe und Menschen werden dorthin ziehen, wo die Grundlagen für erfolgreiches Wirtschaften gegeben sind: Egal, ob es um gut ausgebildetes Personal oder um Infrastruktur geht. Leitungen sind langsam und instabil, oft gibt es einfach keine Möglichkeit, einen besseren Anschluss zu bekommen. Innovative, oberösterreichische Unternehmen werden hier vor allem in den ländlichen Regionen von der Politik alleine gelassen.

Wie wichtig ist stabiles und schnelles Internet wirklich?
Digitalisierung ändert nicht nur wie wir arbeiten, sie revolutioniert unser gesamtes gesellschaftliches Zusammenleben und so auch die Art, wie Politik funktioniert: Eine weltweite Bewegung wie Fridays for Future wäre ohne eine breite gesellschaftliche Digitalisierung undenkbar. Andererseits wäre auch ein Erstarken von Impfgegnern, Reichsbürgern und ähnlichem nicht möglich. Wir als Gesellschaft müssen uns intensiv damit auseinanderzusetzen, was dieser gesellschaftliche Wandel für uns bedeutet und wie wir damit umgehen. Gleichzeitig liegt hier eine riesengroße Chance: Tausende hochqualifizierte Jobs werden hier entstehen – Voraussetzung dafür ist aber, dass es stabiles, schnelles und leistbares Internet für alle gibt. Deswegen wollen wir in Oberösterreich ein verfassungsrechtliches Grundrecht auf schnelles und leistbares Internet für alle Bürgerinnen und Bürger.

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