22.11.2017, 10:37 Uhr

"Bei Müdigkeit die Bretter stehen lassen"

Dipl. Physiotherapeut Andreas Hipfel bietet in seiner Praxis ein gelenkschonendes Training an. (Foto: Hipfel)

Der Skisport wird immer ein Risiko für Verletzungen darstellen. Präventive Maßnahmen können Abhilfe schaffen.

BEZIRK (ros). "Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Verletzungen liegt im Aufbau von Muskelkraft", weiß Andreas Hipfel, Praxis für Physiotherapie in Traun. "Doch damit ein Gelenk und somit der Bewegungsablauf optimal funktioniert, genügt es nicht, allein den Faktor Kraft im Fokus zu haben. Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit spielen dabei auch eine Rolle. Die Muskulatur muss eine Ausdauerfähigkeit besitzen, sonst ist auf dem halben Hang Schluss. Genauso muss er auf plötzliche Veränderungen der Gelenkstellung reagieren können und das ganze schnell genug. Dehnfähigkeit wird dann abverlangt, wenn das Gelenk in bestimmten Situationen aus der stabilen Stellung gezwungen wird, und voll an seine Bewegungsgrenze gehen muss. Zum Beispiel einen Sprung abfedern, oder eine sonstige unerwartete Veränderung, wo man tief in die Hocke gehen muss. Alle diese Eigenschaften gehören neben dem Hauptfaktor Kraft trainiert. Denn nur ein Gelenk mit einem starken Muskelmantel das schnell reagieren kann und ausreichende Beweglichkeit besitzt wird Belastungen Stand halten können und vor Unfällen gewappnet sein". Äußere Faktoren die Stürze und Unfälle begünstigen sind unter anderem aggressiver Kunstschnee, schlechte Sicht, vereiste oder tauende Pisten oder das Fahren auf zu anspruchsvollen Strecken. Andere Faktoren sind erhöhte Risikobereitschaft, ungenügende Skitechnik, zu wenig Fitness, mangelnder Schlaf. "Die Geschwindigkeit und den Fahrstil dem Können anpassen. Ebenfalls wichtig ist es, Ermüdungserscheinungen zu berücksichtigen. So passiert ein Großteil der Pistenunfälle in den Nachmittagsstunden. Bei Müdigkeit, die Bretter stehen lassen". Der Skisport wird immer ein Risiko für Verletzungen darstellen. Präventive Maßnahmen können Abhilfe schaffen. "Durch konsequente Skigymnastik, welche alle oben genannten motorischen Grundeigenschaften enthält, und richtiges Aufwärmen kann das Verletzungsrisiko minimiert aber dennoch nicht ausgeschaltet werden. So wie bei allen Sportarten kann das Skifahren selbst nicht allein durch „Trockentraining“ trainiert werden. Vor Fahrantritt aufwärmen, sodass alle Muskeln und Gelenke für die bevorstehende Belastung vorbereitet sind. Auch Gleichgewichtsübungen sollten dabei vorkommen. Die ersten beiden Hänge ebenfalls als vorbereitendes Aufwärmtraining ansehen und mit halben Einsatz fahren". Der diplomierte Physiotherapeut Andreas Hipfel bietet in seiner Praxis ein gelenkschonendes Training mit speziell dafür entwickelten Trainingsgeräten an, um Kraft und Ausdauer zu trainieren. www.hipfel.at
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