05.11.2017, 20:07 Uhr

Prävention sollte auch für Männer ein Thema sein

Dr. Renate Thiele, Leonding (Foto: Thiele)

Männer gelten als robust. Doch laut Statistik sterben sie im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen. Sind sie wirklich Vorsorgemuffel und bringen lieber ihr Auto zur Überprüfung als selbst zum Vorsorgecheck zu gehen?

BEZIRK (ros).  "Meine Erfahrung zeigt, Männer gehen lieber anlassbezogen zum Arzt als zur Vorsorge, außer die Gattin drängt dazu", weiß Renate Thiele, Ärztin für Allgemein- und Ganzheitliche Medizin in Leonding. "Egal ob Mann oder Frau: Das Wichtigste bei der Vorsorge ist es die Individualität des Menschen zu beachten wie zum Beispiel Familiengeschichte, Gewohnheiten, Beruf, Belastungen, Freizeitaktivitäten, Kompensationsmöglichkeiten, soziales Umfeld, um nur die wichtigsten Aspekte zu nennen. Also für den Couchpotato anders als für den Marathonläufer, für den Manager anders als für den Krankenpfleger und für den 20-jährigen anders als den 60-jährigen. In Zusammenschau all dieser Faktoren kann ein Risikoprofil erstellt werden, das eine sinnvolle, insbesondere individuelle, Vorsorge ermöglicht".  Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung gilt auch für Männer. "Ausgewogene, basische Ernährung, kaum Zucker, um eine Übersäuerung des Körpers zu vermeiden, welche die Hauptursache vieler Beschwerden und Boden vieler Krankheiten ist. Sport, der eine gute Durchblutung fördert, sollte aber die Leistungsfähigkeit des Menschen nicht überfordern. Also eine chronische Laktatbelastung vermeiden, die zur Übersäuerung führt. Neue Studien zeigen, dass auch Marathonläufer häufig an Krebs erkranken, wenn die Laktatbelastung einfach mit der Zeit zu hoch für den Organismus ist", so Thiele. "Natürlich wissen wir auch, dass Statine nicht nur das Cholesterin, sondern auch die Hormonbildung senken und niedriges Testosteron Diabetes fördert, außerdem dass die Prostata früher oder später „jedermanns“ Thema ist.  Auch hier kann die Vorsorge helfen". Wie immer gilt, umso früher die Erkrankung festgestellt und die Behandlung eingeleitet wird, desto besser sind auch die Chancen der Heilung. "Symptome, die das Wohlbefinden beeinträchtigen, nicht auf die lange Bank schieben, sondern mit einem Arzt diskutieren, um rechtzeitig den richtigen Gesundheitskurs einzuschlagen. Wichtig sind jährliche Vorsorgeuntersuchung unabhängig vom subjektiven Wohlbefinden".
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