28.12.2017, 07:54 Uhr

Der Rauchfangkehrer: ein echter Glücksbringer zum Angreifen

Bezirksrauchfangkehrer-Meister Markus Lindner (li.) und Hubert Pfeiffer

Der Volksbrauch hat die stets schwarz gekleideten Männer und Frauen zu begehrten Glücksbringern gemacht. Wo immer sie auftauchen, sind sie gerne gesehen und das nicht nur zum Jahreswechsel.

BEZIRK (ros).  Das Glück ist gesichert, wenn man seine schwarze Tracht berührt, an einem seiner goldfarbenen Knöpfe dreht oder bestenfalls gleich umarmt, falls man einem Rauchfangkehrer begegnet.  Aber viele begnügen sich damit, einem aus dieser bedeutsamen Zunft über den Weg zu laufen. Der Volksbrauch hat die schwarz gekleideten Männer und Frauen zu begehrten Glücksbringern gemacht. Wo immer sie auftauchen, sind sie gerne gesehen und das nicht nur zum Jahreswechsel. Das erlebt auch Bezirksrauchfangkehrer-Meister Markus Lindner immer wieder. Seinen Meisterbetrieb in Pasching führt er erfolgreich bereits in der dritten Generation. Doch Rauchfangkehrer sind schließlich mehr als nur Glücksbringer. Sie üben einen höchst verantwortungsvollen, manchmal auch gefährlichen und vor allem sehr geschätzten Beruf aus. "Das eigentliche Kehren ist nur mehr ein Teil der Arbeit. Oberstes Ziel ist es, Maßnahmen zu setzen, um den Schutz und die Sicherheit der Menschen in Ihrem Haushalt zu gewährleisten. Dabei geht es unter anderem um vorbeugenden Brandschutz, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und um sicherheitsrelevante Tätigkeiten", so der Hörschinger. Zum Jahresende Neujahrswünsche und einen Kalender zu überbringen lässt sich Meister Lindner nach wie vor nicht entgehen. Er weiß: "Damals wie heute gelten Rauchfangkehrer als Glückssymbol". Der Volksglaube, der bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, beruht vermutlich darauf, dass Schornsteinfeger Brände verhinderten, wenn sie die häusliche Feuerstellen vom Ruß befreiten. Essen konnte zubereitet werden und die Hausbewohner waren auch vor Kälte geschützt. Der Rauchfangkehrer brachte also das "Glück" zurück. 
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