24.10.2013, 08:30 Uhr

Fäkalkeime im Trinkwasser – Bürger verunsichert

Die Gemeinde Oftering will in naher Zukunft auch den Ortsteil Kirchstetten an das öffentliche Wassernetz anschließen.

Verseuchtes Grundwasser in Kirchstetten sorgt für Angst unter den Betroffenen.

OFTERING (kut). Der Ortsteil Kirchstetten in der Gemeinde Oftering wurde noch nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Die Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus dem hauseigenen Brunnen. Mindestens elf Brunnen sind seit einiger Zeit mit Fäkalkeimen verseucht.

Krankheitserreger gefunden
Das Institut für Wasseraufbereitung des Landes Oberösterreich hat eine Erhöhung von coliformen Bakterien, Enterokokken und anderen Krankheitserregern gemessen: „Diese Bakterien können bei kleinen Kindern und älteren Menschen zu Infektionen im Darmbereich und zu Durchfall führen.“ Anrainer vermuten, dass der kleine Schweinezuchtbetrieb von Werner Hagmüller schuld an dieser Kontaminierung ist. „Wir haben vor einiger Zeit festgestellt, dass bei der Jauchegrube der Familie Hagmüller Risse auftraten. Durch die Risse wird Jauche in das Grundwasser gekommen sein, sodass wir jetzt mit diesem verseuchten Wasser leben müssen“, schimpft der betroffene Anrainer und Bezirkschef der sozialistischen Jugend Linz-Land, Roman Hadinger. Er hat danach Anzeige bei der Wasserschutzbehörde eingebracht, welche die Anlage sofort stilllegte und die Eigentümer beauftragte, die Jauchegrube ordnungsgemäß zu sanieren. Auch die Gemeinde Oftering wurde über diesen Vorfall von Hadinger informiert.

„Die Sanierung der Jauchegrube wurde mit Bescheid vom 23.8.2013 vorgeschrieben“, erklärt Bürgermeisterin Ulrike Taubner.

Der beschuldigte Landwirt Werner Hagmüller, der auch Tierarzt ist: „Wir haben zwei Zuchtschweine, die die meiste Zeit im Freien sind. Als wir von den Rissen in unserer Jauchegrube erfahren haben, haben wir diese von einem sachkundigen Unternehmen sofort reparieren lassen. Es wurde ein eigener Kleber verwendet und die Jauchegrube doppelt abgesichert. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut. Ein Dichtheitszertifikat wurde an die Gemeinde weitergegeben. Ich kann die Aufregung nicht verstehen, zumal wir mit unseren Nachbarn einen sehr guten Kontakt pflegen. Uns hat man mitgeteilt, dass wir nicht der Verursacher dieser Verunreinigung sind, da die untersuchten Werte viel höher sein müssten, außerdem wurden noch weitere Verunreinigungen gefunden.“

Polizei ermittelt
Dies kann auch Othmar Coser von der Landespolizeidirektion Oberösterreich bestätigen: „Es wird gegen unbekannt ermittelt, da wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen können, woher die Verunreinigung kommt.“ Landesrat Rudi Anschober hat sich eingeschaltet und verspricht den Bürgern von Kirchstetten, dass eine lückenlose Aufklärung angestrebt wird und auch noch andere Brunnen untersucht werden. Hadinger ist dennoch nicht beruhigt und hat Angst, dass die Jauchegrube wieder undicht wird, da das Fundament sehr alt ist.

„Wir haben angeordnet, dass Glasspione installiert werden müssen, diese zeigen an, ob sich das Fundament bewegt“, so Taubner.

Ortswasserleitung kommt
Dennoch sind viele Bürger verunsichert und Roman Hadinger sieht die Gemeinde in der Verantwortung: „Ich werfe in dieser Kausa der Gemeinde absolute Handlungsunfähigkeit vor. Die Kommunikation hat nicht funktioniert und wir wurden nicht richtig informiert“.

Ulrike Traubner kontert: „Die meisten betroffenen Hausbrunnenbesitzer haben sich direkt bei uns informiert, ich kann die Aufregung nicht verstehen“. Eine weitere Wasseruntersuchung wurde vor einigen Tagen vorgenommen, das Ergebnis wird für nächste Woche erwartet.
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