12.08.2018, 22:13 Uhr

Mathematik bleibt das "Horrorfach"

Gegen Panik vor wichtigen Prüfungen helfen das Üben solcher Situationen und eine gute Vorbereitung. (Foto: panthermedia/metrmetr)

80 Prozent der Schüler, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, haben Probleme beim Rechnen.

BEZIRK (wom). Das heurige Schuljahr neigt sich seinem Ende zu und für die Schüler beginnt die schönste Zeit des Jahres: die Sommerferien. Einige starten jedoch mit einem Rucksack in die Ferienzeit: Jene, die das Klassenziel nicht zur Gänze erreichen konnten. Auf sie wartet im Herbst die wenig beliebte Nachprüfung. "Nach Schulschluss sollten die Kinder auf jeden Fall mal abschalten und genießen und ab August mit dem Lernen starten", erklärt Sabine Molterer vom Nachhilfeinstitut Lernquadrat Traun. Benötigt man externe Hilfe, empfiehlt es sich, sich jetzt, damit auseinanderzusetzen. "Anmeldungen für die verschiedenen Lernkurse im August werden bereits angenommen", betont Molterer.
Doch nicht nur "Nachzipflern" rät die Expertin eindringlich, sich während der Ferien mit ihrem Problemfach zu beschäftigen. Schüler, die nur knapp der Nachprüfung entgangen sind, sollten ebenfalls die schulfreie Zeit zum Lernen nutzen. "Die Ferien sind lang und man vergisst schnell. Damit man nicht im Herbst wieder bei null beginnt und Gefahr läuft, in schulische Schwierigkeiten zu geraten, ist es sinnvoll, das Erlernte im Sommer aufzufrischen", sagt Molterer. Sich voll und ganz auf den Intensivkurs im Sommer zu verlassen, ist aber zu wenig. Auch zu Hause müssen die Bücher aufgeschlagen werden. Die Expertin rät dazu, den Stoff in kleine "Häppchen" zu unterteilen und nicht länger als 90 Minuten am Stück zu lernen. Artverwandte Fächer wie Mathematik und Physik sollten nicht direkt hintereinander folgen. "Wichtig ist auch, viel Wasser zu trinken, um die Konzentration halten zu können", sagt Molterer.

Defizite früh erkennen

Nachhilfe wird nicht nur zu Spitzenzeiten, also vor Nachprüfungen oder Entscheidungsprüfungen, in Anspruch genommen, sondern das ganze Jahr über. "Wichtig ist, dass man Defizite früh erkennt und dementsprechend darauf reagiert", betont die Nachhilfelehrerin. Problemfach Nummer eins ist und bleibt die Mathematik. 80 Prozent derer, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, tun sich schwer mit Zahlen, Gleichungen und Co. Auf Platz zwei folgen Deutsch und Englisch sowie weitere Fremdsprachen was auch vom Büro des Landesschulrates bestätigt wird. Egal ob Volksschule oder Hauptschule, die größten Schwierigkeiten haben die Schüler mit dem Rechnen.
Dies wurde auch bei der diesjährigen Zentralmatura ersichtlich, bei der in diesem Fach die meisten Maturanten ins Trudeln kamen. "Dies hängt auch mit der diesjährig angewandten Fragestellung bei den Beispielen zusammen, was auch öffentlich diskutiert wurde", erklärt Bernhard Trauner aus dem Büro des Landesschulrates. Trauner betont gleichzeitig, dass Oberösterreich mit einem Prozentsatz von 5,4 Prozent negativer Beurteilung in Mathematik – das entspricht 132 Schülern, die im Herbst nochmal antreten müssen – im Österreichschnitt im Topfeld liegt. Im Schuljahr 2016/17 hieß es für 3.524 AHS-Schüler: "Nachprüfung im Herbst".


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