16.03.2017, 10:13 Uhr

Mit dem Jäger auf Du und Du

Die Leondinger Jagdhornbläsergruppe sorgten bei der Filmpremiere von "Halali" im Megaplex für gewohnte Töne. (Foto: Cityfoto/Skledar)
Die Oberösterreichische Jägerschaft sucht aktuell gezielt den Weg in die Öffentlichkeit.

BEZIRK (wom). Mit einer groß angelegten Imagekampagne versuchen Oberösterreichs Weidmänner in einen Dialog mit der nicht jagenden Bevölkerung zu treten. Ziel ist es, Vorurteile rund um die Jagd auszuräumen. "Die Jagd genießt laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK bei fast 80 Prozent der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Dennoch bestehen noch immer negative Klischees in den Köpfen mancher Leute, denen wir mit dieser Kampagne entgegentreten wollen", erklärt Engelbert Zeilinger, Bezirksjägermeister von Linz. Auf der neu eingerichteten Webseite www.fragen-zur-jagd.at können sowohl Interessierte als auch Kritiker Fragen rund um die Jagd und die Jäger stellen. "Wir eröffnen so den Dialog für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen", unterstreicht Christopher Böck vom Landesjagdverband Oberösterreich.
Daneben bietet die Homepage auch umfassende Hintergrundinformationen zu den Bereichen Jagd, Brauchtum und Natur sowie Porträts der Jäger. "Weiters soll dadurch auch Wildbret von Wild aus freier Wildbahn, welches in Zeiten von Qualität, Gesundheit, Regionalität und Tierschutz sowie Nachhaltigkeit punktet, beworben werden", ergänzt Böck.

Die Jagd in 3D

Um die Jagd, das damit verbundene Brauchtum und die Arbeit der Jäger einem größeren Publikum zugänglich zu machen, ist mit "Halali" derzeit auch ein Jagdfilm in den Kinos zu sehen. Dieser feierte am Donnerstag, 9. März im Megaplex in Pasching Oberösterreichpremiere. Im bislang ersten 3D-Jagdfilm beleuchtet der renommierte Naturfilmer Kurt Mündl sämtliche Aspekte der Jagd und scheut sich dabei nicht davor, auch kritische Fragen zu erläutern.
Aktuell macht den Jägern in Linz-Land das rückläufige Vorkommen von Fasan und Feldhase zu schaffen. So wurden im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent weniger Fasane und 20 Prozent weniger Hasen erlegt. Hauptgründe dafür sind Krähen, Elstern und Raubwild.

Keine Sorgen um Nachwuchs

Weniger Sorgen muss sich die Jägerschaft im Bezirk um den Nachwuchs machen. "Die beiden Jagdkurse der Bezirksgruppe sind mit 73 Personen ausgebucht. Zusätzlich besuchen 34 Schüler der HLBLA St. Florian, sowie elf Schülerinnen der HBLA Elmberg die Jungjägerkurse. Und auch der Frauenanteil wächst: Derzeit absolvieren rund 15 Prozent die Jungjägerausbildungen", so Zeilinger.

Zukunft der Jagd

Einen artgerechten und gesunden Wildbestand zu erhalten ist für die Weidmänner im Bezirk die wohl größte Herausforderung für die Zukunft. Vor allem der geringe Waldanteil in Linz-Land ist hier ein nicht zu unterschätzendes Problem. Der Bezirk weist eine Gesamtläche von rund von 560.000 Hektar auf. Davon sind allerdings lediglich acht Prozent Waldanteil. Dies bedeutet, dass die Rückzugsmöglichkeit der hier lebenden Wildtiere sehr gering ist. Damit diese ausreichend Platz vorfinden können, sei daher seitens der Jäger viel Aufklärungsarbeit bei den zahlreichen Freizeitnutzern zu leisten und ein gutes Einvernehmen mit diesen herzustellen und zu erhalten. Ein weiteres großes Thema für die Zukunft ist auch das Bejagen des Wildschweins (Schwarzwild), welches laut der Jägerschaft für zahlreiche Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich ist.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.