01.09.2016, 19:36 Uhr

Trauner Innenstadt: Nahversorgung ist gefragt

Eine belebte Trauner Innenstadt mit vielen Besuchern findet man jedes Jahr beim traditionellen Traun Vinum vor. (Foto: Oliver Wurz)

Trauns Politik und Wirtschaft arbeiten an der Innenstadtbelebung. Der Leerstand ist das Problem.

TRAUN (nikl). Vergangenen Dienstag schloss Ruefa Reisen seine Filiale in der Trauner Innenstadt. Das war in den letzten Monaten kein Einzelfall: Auch der Drogeriekonzern dm, ein Papierfach- sowie ein Handarbeitsgeschäft siedelten vor einiger Zeit ab. Michele Fanton, Regionalleiter von Ruefa Reisen, verteidigt die Entscheidung des Unternehmens: „Grundsätzlich waren wir mit dem Standort im Trauner Zentrum nicht unzufrieden. Vor vier Jahren haben wir uns jedoch entschieden, die Filialen in Traun und am Blue Danube Airport in Hörsching in der PlusCity – mit sechs Mitarbeitern – zusammenzulegen. Eine solche Optimierung werden wir auch in Linz umsetzen.“

Im Zentrum fehlen die Bewohner

Für die Vertreter der Stadt Traun ist diese „Abwanderung“ natürlich nicht erfreulich. „Die Frequenz in der Trauner Innenstadt ist nicht schlecht. Die Leute kommen her, wir haben nur wenige Bewohner im Zentrum. In jedem zweiten Haus im Ortskern steht der erste Stock leer. Das zu ändern, gehört zur Innenstadtbelebung. Es geht nicht nur um die Leerflächen in der 'Erdgeschoßzone'. Aber dabei sind wir gegenüber den Eigentümern leider fast machtlos“, sagt Andreas Protil, Geschäftsführer des Trauner Stadtmarketings.

Hauseigentümer sind Teil des Problems

Für Protil und den Trauner Wirtschaftsstadtrat Christian Engertsberger tragen einige Hauseigentümer wesentlich zum Problem bei. „Wir haben versucht, mit den Hauseigentümern langfristige Pachtverträge zu schließen. Dann hätten wir die Möglichkeit, bei der Vermietung mitzugestalten. Ein Großteil der Hauseigentümer ist auch bemüht, aber manche haben keinen Bezug zum Standort. Denen ist alles egal“, sagt Engertsberger.

200 bis 300 Wohneinheiten bringen notwendige Belebung

Die zentrumsnahe Wohnbebauung steht für den Wirtschaftsstadtrat nun im Vordergrund: „Es liegen bereits konkrete Pläne für 200 bis 300 Wohneinheiten für 400 bis 500 neue Bewohner im Zentrum, am Tisch. Mit einer solchen Belebung bekommen wir auch wieder einen Nahversorger ins Zentrum.“ Für Engertsberger ist ganz klar: „Wenn ein Unternehmen wie Resch & Frisch sagt, die Filiale in der Trauner Innenstadt gehört zu unserer besten Filiale in ganz Oberösterreich, dann muss man sich einfach trauen.“
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