30.09.2014, 10:27 Uhr

Equal Pay Day 2014

Stadträtin Renate Heitz (Ansfelden), Gemeinderätin Erna Schneeberger (Wilhering), Gemeinderätin Birgit Ebner (Traun), Marita Schneeberger. (Foto: SPÖ Linz-Land)

Frauen in Linz-Land arbeiten 109 Tage im Jahr ohne Entgelt

BEZIRK (red). Alle Jahre richtet sich rund um den Equal Pay Day die Aufmerksamkeit auf die völlig ungerechtfertigten Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Im Österreichvergleich schneidet Oberösterreich nicht gut ab. Nur in Vorarlberg ist der Unterschied bei Männer- und Fraueneinkommen noch höher.

Im Bezirk Linz-Land beträgt der Einkommensnachteil von weiblichen Beschäftigten gegenüber ihren männlichen Kollegen 29,8 Prozent. „Von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit sind wir noch immer meilenweit entfernt“, betont Bezirksfrauenvorsitzende Gisela Peutlberger-Naderer.
In Oberösterreich fällt der Equal Pay Day heuer auf den 14. September – eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Das ist jener Tag, ab dem Frauen bis zum Jahresende de facto unentgeltlich arbeiten. Das heißt: Jenes Einkommen, das die Männer bis zum Jahresende noch erhalten, ist genau die Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern.

Im Vergleich ganzjährig vollbeschäftigter Arbeitnehmer verdienen Frauen in OÖ im Durchschnitt 27,1 Prozent weniger als Männer (Österreich:22,7 Prozent). Nur die Vorarlbergerinnen verdienen noch schlechter. So etwa liegen Frauen-Einkommen schon beim Berufseinstieg deutlich unter jenem der Männer. So haben rund 49 Prozent der Frauen, aber rund 25 Prozent der Männer ein Anfangsgehalt unter 1200 Euro brutto monatlich, wie der Frauenmonitor der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt.
Wozu die lebenslange Einkommensbenachteiligung führt, weiß Gisela Peutlberger-Naderer: „Schlussendlich wirken sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede massiv bei der Pensionshöhe aus. Bekommt ein Mann durchschnittlich 1845 Euro Pension, muss eine Frau mit 945 Euro durchschnittlich auskommen – alleinstehende Frauen werden damit an den Rand der Armut gedrängt. Und wenn wir gleich beim Thema bleiben wollen – was die Einkommensnachteile noch mit sich ziehen: Frauen sind im Vergleich zu Männern mehrfach armutsgefährdet. Speziell Alleinerzieherinnen sind einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt!“

„Ronja verdient mehr“

Mit einer interaktiven Homepage macht das Jahoda-Bauer-Institut darauf aufmerksam, dass viele Frauen im 21. Jahrhundert noch immer nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie Männer haben. So dient der Lebenslauf einer fiktiven Figur namens Ronja zum Veranschaulichen, wo es genau hakt: Von den unzureichenden Kinderbetreuungsplätzen für Unter-Dreijährigen, über die bereits vorhandenen Gehaltsunterschiede beim Berufseinstieg bis zur Tatsache, dass noch immer Welten zwischen Männer und Frauen liegen, wenn es um die Pensionshöhe geht.

Daher fordern die SPÖ Frauen Oberösterreich:
Arbeit von der jede Frau leben kann, bedingt unter anderem einen Mindestlohn von 1500 Euro, ist eine zentrale Forderung der SPÖ Frauen. Fehlende Kinderbetreuungsplätze drängen viele Frauen ungewollt in Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse – die SPÖ Frauen verlangen den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. Einkommenstransparenz auch für Betriebe mit unter 150 Mitarbeitern verhindert ungerechte Lohnunterschiede und mehr Väter in Karenz (bezahlter Papamonat in der Privatwirtschaft) erleichtert die Berufsunterbrechung. „Es geht um Gerechtigkeit und Rechtsansprüche für Frauen“, so Gisela Peutlberger-Naderer.
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