27.09.2014, 13:33 Uhr

Arbeitsleben einst und jetzt

Jugendliche mit verschiedensten Wurzeln fragen nach dem Leben, wie es früher war. (Foto: privat)

In der Produktionsschule Leonding lief ein spannendes Projekt: Die Jugendlichen in Ausbildung bekamen von Mitgliedern des Pensionistenverbands OÖ Einblicke in das Leben früher.

LEONDING (gasc). In den vier Sparten Büro und Verwaltung, Holz, Gastronomie sowie Metall werden in der Produktionsschule Leonding derzeit 40 junge Erwachsene unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft vorbereitet. Diese sollen so den oft schweren Einstieg ins Berufsleben schaffen.
In Kooperation mit dem Pensionistenverband OÖ führten sie kürzlich das Projekt "Arbeitsleben einst und jetzt" durch. So trafen sich Jung und Alt in vier Gesprächsrunden zu einem interkulturellen Kennenlernen. Dies war Wunsch der auszibildenden Jugendlichen. Sie waren neugierig, wie Privat- und Berufsleben früher waren. Elfriede Kalod, die ehemalige Vorsitzende des PVOÖ Linz Stadt, und Franz Kainz, Mitglied der Ortsgruppe Steg-Dornach-Auhof, erzählten mit viel Humor und Information über kindliche Streiche, Schule, ihr langes Arbeitsleben und die gesellschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen. „Wir mussten uns in Istanbul, in der österreichischen Botschaft, zur gesundheitlichen Untersuchung anstellen, bevor wir nach Österreich durften. Die ersten drei Monate waren schrecklich, ich habe jeden Tag überlegt, fortzulaufen“, berichtete Ali Demiralp, der mit der ersten Gruppe der sogenannten Gastarbeiter nach Österreich kam. „Mein Studium wurde in Österreich nicht anerkannt, ich musste eine neue Ausbildung machen, um arbeiten zu können“, erzählte Miladinka Dujakovic, die im Zuge des Bosnien-Krieges nach Österreich geflüchtet war. Auch heute ist dieses Problem der Anerkennung der Aubildung noch aktuell.
Jede Gesprächsrunde verlief anders, viele Fragen der Jugendlichen tauchten auf, einige gute Ratschläge zur Lebensbewältigung kamen von Seiten der Älteren. Denn leicht hatten es weder die Österreicher noch die Migranten gehabt.
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