Neue Hoffnung für Kinder mit schweren Sprachstörungen

Am Sprachtherapiezentrum wird den Betroffenen geholfen, ihr Potenzial voll zu entfalten.
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"Zehn von 100 Kindern sind von Sprachentwicklungsstörungen betroffen, die sich auf das Lernen, aber auch auf die psychische Entwicklung auswirken können", sagt Daniel Holzinger, Leiter des Zentrums für Kommunikation und Sprache im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz. Dort wurde ein entscheidender Schritt für die optimale Versorgung von Kindern mit schweren Sprachstörungen gesetzt: Vergangene Woche wurde das neue Sprachtherapiezentrum für Kinder mit komplexen Sprech- und Sprachstörungen der Neurologisch Linguistischen Ambulanz offiziell eröffnet.

Potenzial entfalten

Mit dem Schweregrad einer Sprachentwicklungsstörung nimmt auch die Herausforderung für die Sprachtherapie zu. Viele sprachauffällige Kinder haben auch Probleme mit Wahrnehmung, Lernen und Motorik. Betroffene brauchen daher eine adäquate Unterstützung. Ziel ist es, dass sie ihre persönliches Potenzial entfalten können und eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft möglich wird. In Oberösterreich ist dafür seit Jahrzehnten das Institut für Sinnes- und Sprachneurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz zuständig, und besonders die dort angesiedelte Neurologisch-linguistische Ambulanz (NLA).

Pionierarbeit

Die Sprachtherapie hat in den den vergangenen Jahren "einen immer größeren Stellenwert innerhalb des Instituts eingenommen", so Peter Ausweger, Gesamtleiter des Konventhospitals. Ziel des neuen Therapiezentrums ist es, "ganz schwer betroffene Kinder so zu begleiten, dass sich das oft versteckte Potenzial entfalten kann", sagt Leiter Johannes Fellinger, Leiter des Institutes für Sinnes- und Sprachneurologie. Landeshauptmann Josef Pühringer lobte in seiner Festansprache die Pionierarbeit, die Fellinger und seine Mitarbeiter seit Jahren leisten.

Interdisziplinärer Ansatz

Das neue Sprachtherapiezentrum ist künftig vor allem die Anlaufstelle für echte Härtefälle. „Zehn von 100 Kindern sind von Sprachentwicklungsstörungen betroffen, die sich auf das Lernen, aber auch auf die psychische Entwicklung auswirken können“, erläutert Holzinger. Es gebe immer wieder Kinder, die auf Therapien nicht sofort „oder nur sehr zäh“ ansprechen würden. „Das sind Kinder, die mehr brauchen, die etwas anders brauchen. Kinder, die oft auch in einem erschöpften Familienumfeld leben“, so Holzinger. Diese Kinder wolle man nun im neuen Sprachtherapiezentrum auffangen. Gearbeitet wird mit einem interdisziplinären Ansatz. Experten aus den Fachbereichen Neurologie, Logopädie und Psychologie sind eng vernetzt. Insbesondere die sozio-emotionale Entwicklung aber auch die kognitive und sprachlich-kommunikative Entwicklung des Kindes können so optimal gefördert werden.

Am Sprachtherapiezentrum wird den Betroffenen geholfen, ihr Potenzial voll zu entfalten.
Eva Huber, Ruth Stoeckel, Peter Ausweger, Matthias Meczywor, Daniel Holzinger, Johannes Fellinger, Josef Pühringer (von links).

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