Medizinforschung
Neue Spritze gegen Herzinfarkt

JKU-Forschergruppe entwickelt neues Mittel zur Rettung des Herzgebewebes im Falle eines Infarktes
  • JKU-Forschergruppe entwickelt neues Mittel zur Rettung des Herzgebewebes im Falle eines Infarktes
  • Foto: kzenon/fotolia
  • hochgeladen von Lisa-Maria Langhofer

Auf Platz eins der häufigsten Todesursachen in Österreich ist mit 41 Prozent der Herzinfarkt. Um im Notfall besser helfen zu können, haben Forscher der Johannes Kepler Universität Linz eine neue Spritze entwickelt, die 20 Prozent des Herzmuskelgewebes retten kann.

OÖ. Es handelt sich dabei um eine Neuentwicklung von David Bernhard, dem Leiter des Zentrums für Medizinische Forschung der JKU und heißt "5'-Methoxyleoligin". Vorteil des Wirkstoffs ist, dass er vor Ort durch einen Notarzt intravenös verabreicht werden kann und die Behandlung nicht erst im Krankenhaus erfolgen muss, anders als bisher.

Wirkstoff synthetisch herstellbar

Ursprünglich kommt Methoxyleoligin aus der Natur, genauer gesagt aus der Wurzel der Edelweiß-Pflanze. "Mittlerweile können wir es aber synthetisch herstellen", so Bernhard. Das Mittel schützt aber nicht nur das mangelversorgte Herzgewebe, sondern hat noch eine weitere Funktion. Da im Falle eines Infarkts die Zellen versuchen, Sauerstoff besonders effizient zu nutzen, kommt es leicht zu einem gefährlichen Überschuss. Diesen Effekt mildert die Spritze. "Auch die Aufnahme des gefährlichen Vitamin A Abkömmlings, der das Zellsterben beschleunigt, verhindert der neue Wirkstoff", sagt Bernhard.

Mehrere Jahre haben Experten von sechs österreichischen Universitäten unter der Führung der JKU Linz an dem Projekt gearbeitet. Im Laborversuch konnte das Mittel bereits erfolgreich getestet werden, bis es bei Patienten zum Einsatz kommt, dauert es aber noch. "Frühestens in drei Jahren könenn wir das Mittel am Menschen erproben", sagt Forschungsleiter Bernhard.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen