Blutrote Magie und Metalllegenden

Gazmend Frfeitag, Atelier Linz, 2018.
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  • Gazmend Frfeitag, Atelier Linz, 2018.
  • Foto: Photo: Johann Traunwieser
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Der Kunstmaler Gazmend Freitag interpretiert das Schwert und den Helm Skanderbegs

2014 besuchte der Kunstmaler Gazmend Freitag Wien, um sich im Kunsthistorischen Museum mit dem Helm und Schwert Skanderbegs auseinanderzusetzen. Als gebürtiger Albaner sind ihm diese mit dem Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg verbundene Objekte von persönlicher und kultureller Bedeutung. Stundenlang betrachtete er Helm und Schwert, um ein Gefühl für sie zu entwickeln und um die bestmögliche Umsetzung in ein Gemälde zu garantieren. Fotos wurden gemacht und beiseitegelegt. Im Jänner 2017 war es dann an der Zeit und Gazmend Freitag begann mit dem Malen. Das Resultat ist ein Stillleben, getränkt in Blutrot, in dem die leblosen Objekte zum Leben erwacht sind und einen Dialog mit dem Betrachter beginnen. Es entsteht der Eindruck, als wären sie aus der Vergangenheit geschleudert worden und würden für einen Augenblick im Hier und Jetzt sichtbar sein, bevor der ursprüngliche Impuls sie vorwärts in die Zukunft trägt. Besonders der Ziegenkopf scheint von Magie beseelt zu sein und schwebend in eine Zukunft zu blicken, die nur er zu sehen vermag.

Historischer Hintergrund:

Der Helm des Skanderbeg ist ein dem albanischen Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg (1405–1468) zugeschriebener Helm, der in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien aufbewahrt wird. Zum Helm gehört auch das Schwert des Skanderbeg, dessen Herkunft aber umstritten ist.

Der Helm hat einen Scheitelgrat, auf dem die Figur eines gehörnten Ziegenbocks angebracht ist. Legenden bringen den Ziegenkopf mit Ereignissen um Skanderbeg während der Ersten Belagerung Krujas (1450) in Verbindung.

Überlieferungen zufolge ließ Skanderbeg während einer Nacht eine Herde Ziegen, auf deren Hörnern er Kerzen befestigt hatte, den Berg hinunter treiben. Die Osmanen dachten, dies sei ein albanischer Angriff, und zogen gegen die Herde ins Feld. Als sie weit genug aus dem Lager waren, griff Skanderbeg sie an und vernichtete sie. Nach der Belagerung ließ Skanderbeg auf seinen Helm einen Ziegenkopf aus Eisen anbringen zur Erinnerung an seine geniale Taktik in dieser Nacht.

Einer anderen Legende nach ging Skanderbeg mit diesem Helm durchs Gebirge, und die Feinde hielten ihn für eine Ziege, da sie es nicht für möglich hielten, dass Menschen durch dieses Terrain marschieren konnten. So fiel er den Türken in den Rücken.

Erzherzog Ferdinand II. hat Helm und Schwert in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vermutlich in Italien erworben. Er war Waffensammler und hatte wie Skanderbeg in den Türkenkriegen erfolgreich gegen die Osmanen gekämpft, so dass er sich in Skanderbegs Nachfolge sah. (MG)

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