Stift St. Florian übergab Vogelsammlung an OÖ Landesmuseum

Von links: Landeshauptmann Josef Pühringer, Propst Johann Holzinger, Fritz Gusenleitner, Kustos Karl Rehberger und Landesmuseums-Direktor Walter Putschögl
  • Von links: Landeshauptmann Josef Pühringer, Propst Johann Holzinger, Fritz Gusenleitner, Kustos Karl Rehberger und Landesmuseums-Direktor Walter Putschögl
  • Foto: Land OÖ/Stinglmayr
  • hochgeladen von Nina Meißl

Stellvertretend für die umfangreiche Vogelsammlung des Stiftes St. Florian übergaben kürzlich Propst Johann Holzinger und Kustos Karl Rehberger symbolisch einen präparierten Fischadler an Landeshauptmann Josef Pühringer, Landesmuseums-Direktor Walter Putschögl und Fritz Gusenleitner, Leiter des Bereiches Naturwissenschaften des Museums. Die einzigartige und einzig erhaltene oberösterreichische Vogelsammlung aus dem frühen 19. Jahrhundert enthält 349 Präparate in 171 Arten. Sie wird im Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums eine neue Heimat finden und wissenschaftlich betreut werden. „Die Sammlung trägt vor allem dazu bei, die Entwicklungen und Veränderungen der heimischen Vogelwelt noch besser zu verstehen“, bedankten sich Pühringer, Putschögl und Gusenleitner für das „gefiederte Geschenk“.

Sammlungsursprung im Jahr 1891

Der Ursprung der Vogelsammlung des Augustiner-Chorherrnstiftes St. Florian geht auf das Jahr 1821 zurück und ist dem Chorherrn Josef Schmidberger zu verdanken. Dieser sammelte in der Umgebung von St. Florian im Bereich der Traun-Enns-Platte und den Donauauen und an den Mündungsgebieten von Traun und Enns (Oberösterreich). Ankäufe und Tausch rundeten das Artenspektrum der Sammlung ab. Mit Schmidbergers Tod ging im Stift St. Florian das Interesse an dieser Vogelsammlung weitgehend verloren. Erst Josef Hinterberger erkannte die wissenschaftliche Bedeutung der Sammlung und nützte sie für die Zusammenstellung der ersten Avifauna Oberösterreichs. Er bearbeitete die Sammlung und legte 1854 ein Inventar und Fundortverzeichnis an, das später in einer zweiten undatierten Fassung noch ergänzt wurde.

Vorübergehend in Linz

Nach Auflösung der Stifte während des Nationalsozialismus erhielt Theodor Kerschner, von 1914 bis 1945 Kustos der zoologischen Sammlung am Oberösterreichischen Landesmuseum, am 28. November 1941 die Aufsicht über die naturwissenschaftliche Sammlung des Stiftes St. Florian. Die Vogelsammlung wurde an das Museum in Linz transferiert, wo sie 1943 inventarisiert wurde.

Zwischen 1945 und 1948 kamen die Präparate wieder in das Stift St. Florian zurück. Im Zuge wissenschaftshistorischer Recherchen besuchte der Leiter der Wirbeltiersammlung des Oberösterreichischen Landesmuseum, Gerhard Aubrecht, diese Sammlung ab den 1980er Jahren mehrmals und erhielt am Ende 2010 von Johann Holzinger die Erlaubnis, die Vogelsammlung gemeinsam mit Stephan Weigl und Jürgen Plass auf Zustand und Vollständigkeit zu überprüfen.

Mit 349 Präparaten in 171 Arten ist die Sammlung des Stiftes St. Florian die einzige erhaltene oberösterreichische Vogelsammlung aus dem frühen 19. Jahrhundert, welche eine lokalfaunistische Interpretation zulässt.

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