Menschen im Gespräch
5.000 Kilometer auf der Spur der Velodrome

Auf der Radbahn in Bielefeld.
4Bilder
  • Auf der Radbahn in Bielefeld.
  • Foto: Staudinger
  • hochgeladen von Christian Diabl

Der Linzer Johannes Staudinger radelte 53 Tage mehr als 5.000 Kilometer quer durch Europa und besuchte 20 Velodrome. Wir haben ihn zu seiner spektakulären Tour befragt.

Zuerst einmal: Wie geht’s den Wadeln?
Johannes Staudinger: Ja, ich hab’ mich schon wieder erholt, stehe schon wieder mitten im Berufsleben und fahre bereits wieder meine Radtouren hier zu Hause.

Wie viele Kilo haben Sie abgenommen?
Sieben Kilo hab ich auf der Strecke gelassen. Bin aber am besten Weg zurück zu meinem Normalgewicht.

Hält der Hintern 53 Tage im Sattel überhaupt aus?
Natürlich. Es braucht dazu Training, die passende Ausrüstung und das Wissen über die richtige Pflege.

Wie sind Sie auf die Idee zu dieser Fahrt gekommen?
Im Zentrum stand die Idee einer mehrwöchigen Radtour durch Europa. Als Präsident des Vereins "Velodrom Linz" lag es dann auf der Hand, dass ich dabei auch Radbahnen besuche, um Wissen für eine mögliche Radrennbahn in Linz zu sammeln.

War es härter als gedacht?
Eigentlich nicht, ich war erstaunlich gut vorbereitet. An den ersten Tagen hatte es zwischen 35 und 40 Grad. Danach pendelte sich das Wetter auf normale Temperaturen ein. Ich hatte wirklich Glück.

Wie haben Sie sich verpflegt, wo haben Sie übernachtet?
Ich habe hauptsächlich in Pensionen und bei Freunden übernachtet. Eine ordentliche Dusche und ein Frühstück waren mir wichtig, um einfach fit in den nächsten Tag starten zu können. Das Gepäck war wirklich minimal. Es ist sich alles perfekt ausgegangen.

Sie haben viele Länder gesehen. Wie ist dort die Radinfrastruktur?
Die Städte sind meistens sehr gut ausgestattet, was das Angebot an Radwegen betrifft. Zu hapern beginnt es dann oft bei den Überland-Radwegen, wobei es in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Flandern bereits super Radwegenetze gibt.

Wie sehen Sie die Situation für Radfahrer in Linz?
Da gibt es einiges zu tun. Dazu muss einfach mehr Geld in die Hand genommen und Bewusstseinsarbeit geleistet werden. Andere internationale Städte zeigen es uns ja vor. Dort werden richtige Pläne umgesetzt, und nicht einmal da ein Streifen asphaltiert und dort was auf die Straße gemalt. Ich frage mich, was denn unsere Stadt so lähmt, das Thema richtig anzugehen und umzusetzen.

Sie wollen ein Velodrom in Linz. Was ist das eigentlich?
Ein Velodrom ist eine ovale Bahn mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von 250 Metern und einer Breite von sieben Metern. Diese besteht entweder aus Holz, Beton oder Asphalt, mit überhöhten Kurven, auf welcher Radfahrer ihre Runden, ehrgeizig sportlich oder auch nur als Hobby drehen können. In Linz hatten wir an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert um die zehn Bahnen. Jetzt gibt es wieder eine weltweite Renaissance im Bahnradsport.

Was hat Ihre Mission ergeben?
Jede Bahn tickt anders. Aber eines eint sie alle: Das Engagement der Menschen, die diese Anlagen betreiben und erhalten – ganz egal, ob modernste Profi-Einrichtung in der Schweiz oder 100 Jahre alte Bahnen in Polen oder Großbritannien.

Ist es nicht langweilig, immer im Kreis zu fahren?
Die Mischung macht die Faszination aus. Einerseits die Geschwindigkeiten, die man im Velodrom fahren kann und die Möglichkeit für alle, abseits der Straße radeln zu können. Andererseits ist ein Velodrom ein architektonischer Blickfang.

Was steht als Nächstes an?
Wir werden weitere Gespräche mit Politik, Wirtschaft, Bildung und Verwaltung führen, um unser Projekt voranzubringen. Auch wollen wir weiter Velodrome in anderen Städten besuchen. Wer dabei sein, mitarbeiten oder mehr erfahren möchte, kann sich unter office@velodrom-linz.at bei uns melden.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen