Bayern-Kult am Domplatz

Hans-Jürgen Buchner hat für die StadtRundschau-Leser fünf DVDs "Haindling – und überhaupts ..." signiert. Diese gibt es zu gewinnen.
  • Hans-Jürgen Buchner hat für die StadtRundschau-Leser fünf DVDs "Haindling – und überhaupts ..." signiert. Diese gibt es zu gewinnen.
  • Foto: Klassik am Dom
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Hans-Jürgen Buchner ist Chef und Gründer von Haindling: Seit den 80er-Jahren macht er mit seiner Band Musik, die sich durch ihre wilde Mixtur aus exotischen Klängen und unterschiedlichsten Einflüssen auszeichnet. Heuer feiert die bayrische Kultband ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum und ist am 18. Juli auch in Linz zu Gast. Bei "Klassik am Dom" erhalten Haindling zusätzliche Verstärkung vom Orchester der Münchner Symphoniker. Eine Kombination, die einen spannenden Abend verspricht.

StadtRundschau: Haindling trifft in Linz auf die Carmina Burana. Wo ist die Schnittstelle von Haindling zu Carl Orffs Werk?
Hans Jürgen Buchner: Die Idee kam vom Dirigenten der Bayrischen Philharmoniker. Zwischen Carl Orff und mir gibt es einige Berührungspunkte: Er war ein Bayer und hat bayrische Stücke geschrieben, genau wie ich ja auch Bayrisch singe. Und er hat ebenso wie ich Instrumente gebaut. Außerdem schrieb Orff ja auch "Die Bernauerin", ein Stück über die Baderstochter Agnes Bernauer, die auf Befehl des Landesfürsten in der Donau ertränkt wurde. Diese Agnes Bernauer kam aus Straubing – wie ich.

Wie war Ihre erste Reaktion auf die Idee, beides zu verbinden?
Wenn ich ehrlich sein soll, war ich am Anfang überhaupt nicht begeistert. Von Crossover habe ich eigentlich nie viel gehalten. Aber mein Lebensprinzip lautet, dass man im Leben nicht nach etwas suchen, sondern alles auf sich zukommen lassen soll. Und als auch noch meine Frau meinte, dass das spannend werden könnte, haben wir es einfach ausprobiert. Die vielen Proben haben sich ausgezahlt. Für mich ist es ganz toll, dass meine Musik von einem so großen Klang begleitet wird.

Was wird das Linzer Publikum zu hören bekommen?
Der erste Teil des Konzerts besteht rein aus Haindling-Musik, aber so hat uns das Publikum noch nie gehört. Mit uns auf der Bühne werden 80 Sänger, 40 Streicher und 40 Bläser stehen. Wir spielen natürlich die bekannten Hits wie "Lang scho nimmer gsehn". Wir haben aber auch bewusst unbekanntere Stücke ins Programm genommen, die in der großen Besetzung fantastisch klingen und die auch eine Botschaft haben. Ich bin seit meinem 24. Lebensjahr beim Bund Naturschutz und stehe für die Natur ein. Natürlich schreibe ich dann auch immer wieder Texte, die einen Blick auf die momentane Situation in der Welt werfen. Eines meiner Lieder etwa heißt „Der Mensch muss auf den Mars“. Es ist ja immer wieder Thema, dass der Mensch die Erde kaputt macht und deswegen auswandern muss. Ich bin der Meinung, wir sollten lieber hier bleiben und unsere Umwelt verbessern, denn die Welt ist bunt und schön. Solche Lieder klingen mit dem Orchester wunderbar.

Und der zweite Teil des Konzerts?
Da spielen die Münchner Symphoniker dann die "Carmina Burana". Ein ähnliches Programm haben wir im Vorjahr mit den Bayrischen Philharmonikern gespielt und das Publikum war begeistert. In jener vergrößerten Form mit den Münchner Symphonikern ist das in Linz eine totale Premiere. Wir spielen auch nur zweimal in dieser Besetzung – am 18. Juli in Linz und am nächsten Tag in Regensburg, im Schlosshof von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

Wie aufwendig war es, die Musik von Haindling mit einem klassischen Orchester zu verbinden?
Dafür mussten extra zahllose Partituren geschrieben werden. Das gesamte Arrangement hat ein Freund von mir gemacht. Ich könnte das ja auch gar nicht, ich kann nicht einmal Noten lesen. Vom vierten bis zum zwölften Lebensjahr habe ich zwar klassischen Klavierunterricht gehabt, doch dann habe ich mit dem Jazz-Spielen angefangen und seither nie mehr nach Noten gespielt. Ab diesem Zeitpunkt hat mich die Klassik nicht mehr interessiert, weil ich nur noch moderne Musik gemacht habe.

Sie sehen das Konzert in Linz also nicht als eine Art Bildungsauftrag, um die Haindling-Fans in Kontakt mit klassischer Musik zu bringen?
Nein. Es geht mir nicht darum, dass die Menschen etwas Neues kennenlernen. Etwas einfach nur kennenzulernen ist zu wenig. Mir ist wichtig, dass die Konzertbesucher Genuss erleben, der ihnen guttut, und der sie begeistert.

Haindling-Konzerte gelten als besonderes Live-Erlebnis. Was zeichnet die Band auf der Bühne aus?
Jeder von uns ist ein Multiinstrumentalist. So wird jedes Lied anders besetzt und dadurch kommt keine Langeweile auf. Durch die Instrumentenvielfalt, die wir bieten, entsteht dazu ein Klang, den keine normale Band bieten kann. Und dann kommt dazu natürlich unsere Spielfreude. Wir sind ja nicht das ganze Jahr unterwegs, sondern spielen nur etwa 20 oder 25 Konzerte, und das genießen wir dann natürlich.

Welche Instrumente hat die Band in Linz im Gepäck?
Jede Menge Saxophone, Posaunen, Trompeten, Tenorhörner, ein Keyboard, ein Schlagzeug, Percussions, aber auch Exoten wie Alphörner oder lange Antilopenhörner. Zum Einsatz kommt auch eines der Instrumente, die selber gebaut habe. Es besteht aus rund drei Meter langen Holzstangen, die aufeinander geschlagen werden.

Welche Erinnerungen haben Sie an bisherige Konzerte in Linz?
Im Posthof haben wir schon vor 30 Jahren gespielt und 2009 haben wir mit Hubert von Goisern ein Konzert auf dem Schiff gegeben. Die Location am Domplatz ist aber etwas ganz Besonderes. Sie passt wunderbar zu unserer Musik.

Ihre Erinnerungen an Österreich sind also positiv?
Wir sind gerne in Österreich, alleine schon, weil ich es toll finde, dass die Österreicher schon ewig ein Tempolimit auf der Autobahn haben. In Deutschland kriegen wir das ja nicht hin. Und gekocht wird in Österreich sehr gut, zumindest kann ich mich daran erinnern. Als Kind habe ich meine Ferien ja immer in Österreich verbracht, und zwar in Forstau, in der Nähe von Radstadt. Ich habe ja Verwandte in Österreich.

Wird es anlässlich von 35 Jahren Haindling heuer noch eine Jubiläumsplatte geben?
Die hätte es schon zum 30. Jubiläum geben sollen. In der Kunst gibt es ja viele Ehrgeizige, die zwar nicht besonders gut sind, aber viele Platten rausbringen. Die wirklich Guten, die sind meist fauler. Und ich gehöre zu den Guten. Zum 35. werde ich es aber schaffen. Es wird eine Klavierplatte werden, mit einem Gesangs-Teil zwischen jedem Klavierpart.

GEWINNSPIEL: Wir verlosen fünf DVDs "Haindling – und überhaupts ...", die von Hans-Jürgen Buchner bei seinem Linz-Besuch selbst signiert wurden. Die Gewinner werden am 29. Juni per Zufallsverfahren gezogen und erhalten die DVD per Post.

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