Christian Forsterleitner: "Ich bereue nichts"

Christian Forsterleitner, Geschäftsführer der factory300, im exklusiven Gespräch mit der StadtRundschau.
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  • Foto: Pixelkinder
  • hochgeladen von Stefan Paul Miejski

Sie sind vor zwei Monaten als Linzer Vizebürgermeister in die factory300, die für die Standort-Entwicklung der Startup300 AG verantwortlich ist, in der Tabakfabrik gewechselt. Was hat Sie an diesem Job motiviert?
Christian Forsterleitner: Ich habe mich erst nach meiner Ankündigung, die Politik zu verlassen, umgesehen. Es gab dann verschiedene Optionen, aber hier entsteht etwas ganz Besonderes. Und das mitzugestalten begeistert mich.

Wie ist die Umstellung verlaufen? Nach außen fällt auf, dass man Sie nun im T-Shirt und beim Busfahren sieht.
Mit dem Bus fahren geht schnell und ich brauche keinen Parkplatz zu suchen. Die Umstellung war sehr einfach, denn die Arbeit hier macht sehr viel Spaß. Für mich ist es wunderbar, mit motivierten Leuten zusammenzuarbeiten und mich mit einem Thema zu beschäftigen, das gerade die Welt verändert: die Digitalisierung.

Dieser Fokus auf Digitalisierung ist bei Startup300 auch klar ersichtlich. Die Tabakfabrik hingegen hatte immer einen Schwerpunkt auf der Kreativwirtschaft. Gibt es da ein Konfliktpotenzial?
Das verschwimmt mittlerweile völlig. Ich kenne kein Unternehmen hier in der Tabakfabrik, das nicht in irgendeiner Form mit Digitalisierung zu tun hätte. Die Internettechnologie macht aus Alltagsgegenständen Neues. Das ist extrem spannend, weil es gesellschaftsverändernd ist. Und die Tabakfabrik ist die Linse, die das auf einen Brennpunkt fokussiert.

Können Sie auch mit der factory300 die Entwicklung der Stadt vorantreiben?

Was hier entsteht, kann für die Stadt eine große positive Magnetwirkung haben. Die Start-ups gibt es ja schon. Wir wollen aber die besten Unternehmen und die besten Köpfe auch hierher in die Tabakfabrik und in die Stadt Linz holen. Und wenn man die Dinge sichtbar macht, wird es auch für andere spannend. Das ist eine Win-win-Situation.

Gibt es etwas, das Sie an der Politik vermissen?

Ich habe mit vielen Leuten sehr gerne zusammengearbeitet. Wir haben in den vier Jahren, was große Projekte betrifft, auch einiges weitergebracht. Ich bereue überhaupt nichts. Es war aber einfach Zeit für einen neuen Lebensabschnitt und eine neue Herausforderung.

Sie sind froh, nicht das neue Budget vorstellen zu müssen?

Ich hätte das schon gemacht. Habe es ja auch noch mitvorbereitet.

Wird es ein Comeback von Ihnen in der Politik geben?

Ist nicht geplant.

Aber auch nicht ausgeschlossen?

Was ich mit 65 mache, weiß ich noch nicht. Ich höre aber nicht mit etwas auf, um mir da ein Schlupfloch offen zu halten.

Sie bleiben aber Mitglied in der SPÖ?

Ich bin ein überzeugter Sozialdemokrat und bleibe das auch. Aber das ist meine persönliche Einstellung und hat nichts mit meiner Arbeit zu tun. Ich werde mich auch sicher nicht in die Stadtpolitik einmischen.

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