Bahn-Nostalgie
Dampflok "Dora" lebt

Trotz ihrer knapp einhundert Jahre pfeift, zischt und surrt die Dampflok "Dora" weiter über das voestalpine-Werksgelände.
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  • hochgeladen von Andreas Baumgartner

Ein Linzer Verein hat sich der Instandhaltung einer fast 100 Jahre alten Werkslok verschrieben.

LINZ. Sie pfeift, zischt und dampft, sie klackert und surrt. Fünf bis acht Stunden dauert es, bis die Lager geschmiert, das Wasser aufgefüllt, die Kohlen geladen und der Kesseldruck behutsam aufgebaut sind. Erst dann kann die Lok auf große Fahrt durch das Gelände der voestalpine AG gehen. "Die Dora lebt", heißt es beim "Club für Industriebahngeschichte", der sich seit 1994 der Wiederinbetriebnahme der alten Werkslok verschrieben hat.
1922 erbaut, war die Lok ab 1941 gemeinsam mit den baugleichen Schwesterloks "Rhein" und "Elbe" im Werksbahnbetrieb im Einsatz. 1967 wurden die Dampflokomotiven im Werk schließlich durch Dieselloks ersetzt. Danach ging die Dora vorübergehend in Ruhestand und zierte fortan die Einfahrt des Bahnbetriebswerks als Denkmal. Die beiden Schwesterloks existieren nicht mehr und wurden mittlerweile verschrottet.

Tausende Arbeitsstunden

Dora und Verein bedeuten für die Eisenbahn-Enthusiasten viel Zeit und Aufwand. Einzelteile müssen immer wieder in der Werkstätte nachgebaut werden. Mehr als 1.500 Arbeitsstunden wenden die Vereinsmitglieder im Jahr auf. In diesem Sommer musste der Dampfkessel komplett neu verrohrt werden. 1997 begannen 15 Vereinsmitglieder mit der Restaurierung. Tausende freiwillige Arbeitsstunden wurden investiert, die Lok zunächst in alle Einzelteile zerlegt. Der Kessel trat die Reise nach Rumänien an und wurde dort aufwendig restauriert. Schließlich unternahm die Dora 2002 ihre erste Ausfahrt aus dem Lokschuppen neben der Werksbahnwerkstätte. Zu besonderen Anlässen und auf Anfrage beim Verein tuckert die Dora seither wieder über das Werksgelände. Auch zwei historische Waggons wurden runderneuert, ein Dritter wird derzeit im Lokschuppen neu aufgebaut. Daneben finden auch Fahrten mit der E-Lok "Pandora" statt. 2010 ging es für die Lok sogar hoch in die Luft. Bei der visualisierten Klangwolke wurde die Lok vor 70.000 Zusehern an der Donaulände per Kran in den Nachthimmel gehoben.

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