Der Borkenkäfer "wütet"

Sogenannte "Fraßzeichen" unter der Rinde zeigen an, wie dicht der Befall durch die Borkenkäfer ist.
  • Sogenannte "Fraßzeichen" unter der Rinde zeigen an, wie dicht der Befall durch die Borkenkäfer ist.
  • Foto: LK OÖ/Stollmayer
  • hochgeladen von Victoria Preining

Oberösterreich verfügt über 500.000 Hektar Waldfläche, davon sind zirka 65 Prozent der Bäume Fichten. Schon 2015 wurden diese durch den Schädling "Kupferstecher" empfindlich verringert. 2017 wütet ein anderer Borkenkäfer, durch den der wirtschaftlicher Schaden auf einen neuen Höchststand zusteuert. Der sogenannte "Buchdrucker" greift im Unterschied zu den Kupferstechern nicht junge Fichten im Kronenbereich, sondern stärkere Bäume im Bereich des Baumstammes an. Die Schädigung hat zur Folge, dass die befallenen Bäume nicht als Qualitätsholz benutzt werden können. Dies verursacht hohe wirtschaftliche Einbußen. Betroffen sind vor allem das südliche Mühlviertel entlang der Donau. "Die Niederschlagsdefizite und die anhaltend langen Hitzeperioden haben zu einer noch nie da gewesenen Verbreitung des Buchdruckers geführt. Wenn man bedenkt, dass nun bereits die zweite Generation an Borkenkäfern ausgeflogen ist, es möglicherweise sogar eine dritte Generation geben könnte, wird ersichtlich, vor welcher Problematik wir in manchen Regionen stehen", sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker.

Befall erst spät sichtbar

Ein weiteres Problem ist, dass sich der Befall am Baum normalerweise ablesen lässt. Aktuell ist es aber so, dass die Käfer den Baum schon verlassen haben, bevor die Zeichen auftreten. Geschädigte Bäume können nur durch Bohrmehl am Boden frühzeitig erkannt werden. Auch für Waldbesucher hat der Borkenkäfer Auswirkungen: Um rasch die Aufarbeitungen vornehmen zu können, werden schwere Maschinen eingesetzt. Die Hinweistafeln werden oft von den Besuchern ignoriert: "Das Gefahrenpotential für Waldbesucher ist dabei deutlich höher. Die Sperrgebietstafeln werden aus Sicherheitsgründen aufgestellt und sollten daher im Eigeninteresse beachtet werden", sagt Johannes Wall, Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen