Menschen im Gespräch
"Die Auswirkungen werden erst jetzt spürbar"

Wie viele arbeitet auch Cornelia Birklbauer von zu Hause aus.
  • Wie viele arbeitet auch Cornelia Birklbauer von zu Hause aus.
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  • hochgeladen von Christian Diabl

Wir haben mit Cornelia Birklbauer über ihre Arbeit, die Auswirkungen der Corona-Krise und die drängendsten Probleme der Hilfesuchenden gesprochen.

LINZ. Cornelia Birklbauer leitet die Sozialberatung der Caritas in Linz – oft das letzte Sicherheitsnetz und wichtige Anlaufstelle für Menschen, die nicht wissen, wohin sie sich wenden können.

Was macht die Sozialberatung genau?
Birklbauer: Wir verstehen uns als Anlaufstelle für Personen, die in existenziellen Schwierigkeiten sind. Einerseits bieten wir Beratung an, wenn es zum Beispiel um sozialrechtliche Ansprüche, aber auch Finanzplanung geht. Andererseits bieten wir finanzielle Hilfen für den Lebensunterhalt oder andere existenziell wichtige Aufgaben. Das sind aber nur Überbrückungshilfen. Da gibt es eine Perspektive, die man in der Beratung gemeinsam erarbeitet. Das Ziel ist, dass diese Personen wieder selbstständig über die Runden kommen. Oft gelingt das auch.

Wer kann sich an Sie wenden?
Alle Personen mit rechtmäßigem Aufenthalt in Österreich beziehungsweise OÖ. Für Unterstützungsleistungen muss man volljährig sein.

Wie hat sich Ihre Arbeit seit Ausbruch der Krise verändert?
Wir waren vor der Krise schon sehr gut ausgelastet und das hat sich nach der Krise nicht verändert. Wir haben in den letzten zwei Wochen nur in Linz 205 Kontakte gehabt, davon ein Fünftel Corona-Anfragen. Viele Menschen leben derzeit noch vom Februar-Lohn. Ich nehme aber an, dass die Anfragen mehr werden, weil die Auswirkungen erst jetzt spürbar werden.

Mit welchen Fällen sind Sie konfrontiert?
Ein Teil davon sind Jobverlust, auch Jobzusagen, die wieder zurückgenommen werden oder der Wiedereinstieg nach der Babykarenz. Es melden sich auch Personen, die in AMS-Projekten sind, die jetzt eingestellt sind. Es war zum Beispiel auch eine Anfrage von Familien mit einem beeinträchtigten Kind, wo der Vater und das Kind zur Risikogruppe zählen und das Einkommen gerade nur aus Familienbeihilfe und Pflegegeld besteht. Aufgrund der Krise kann der Vater keine Arbeit suchen. Mit der Umstellung vom Mindestsicherungsgesetz auf das OÖ Sozialhilfe-Ausführungsgesetz im Jänner merken wir die Verzögerungen. Es gibt einen Rückstau bei Personen, die Anspruch auf Sozialhilfe haben. Wir haben immer noch Menschen, die auf eine Entscheidung warten.

Was sind die drängendsten Probleme der Menschen?
Es geht einfach um den Lebensunterhalt. Die Leute wissen nicht, wovon sie leben sollen. Für viele Personen, die ohnedies in prekären Jobverhältnissen oder armutsgefährdet sind, spitzt sich die Lage aktuell durch die Corona-Krise nochmals zu. Diese Multiproblemlagen merken wir bei den Anfragen.

Können Sie allen helfen?
Der Anspruch ist schon, dass wir uns für jeden, der bei uns anruft, Zeit nehmen. Beratung bekommen alle. Die finanzielle Unterstützung hängt von den Unterlagen zur finanziellen Situation ab.


Spenden dringend benötigt

Die finanziellen Überbrückungshilfen werden durch Spenden finanziert. Eine tragende Säule dafür ist die traditionelle Haussammlung der Caritas, die in diesen Tagen losgegangen wäre und nun ausfällt. Die Caritas hofft deshalb auf Spenden, um gerade jetzt weiterhelfen zu können:

Spendenkonto:
Caritas für Menschen in Not
Raiffeisenlandesbank
IBAN: AT203400000001245000
BIC: RZOOAT2L
Verwendungszweck: „Hilfe für Menschen in Not in OÖ“

Wer Unterstützung braucht, kann die Sozialberatung der Caritas telefonisch unter 0732/7610 2311 oder via E-Mail unter sozialberatung@caritas-linz.at erreichen.

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