Tracht & Tradition
Die Goldhauben der Stahlstadt

Vier Goldhaubengruppen halten die Tradition in Linz hoch.
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  • Vier Goldhaubengruppen halten die Tradition in Linz hoch.
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Vier Goldhaubengruppen gibt es in Linz. Sie halten Traditionen hoch und sammeln Geld für karitative Zwecke.

LINZ. Goldhauben gibt's nur am Land? Ganz und gar nicht: 146 Goldhaubenfrauen halten auch in Linz Tradition und Brauchtum hoch. Gruppen gibt es in Linz Stadt, Ebelsberg-Pichling, Auhof-Dornach und in St. Markus. Obfrau der Goldhaubengruppe St. Markus ist seit 14 Jahren Gerlinde Hübsch. "Mir hat das immer schon gefallen. Schon als Kind wollte ich eine Goldhaube haben", sagt Hübsch.

Bis zu 400 Arbeitsstunden für eine Haube

Doch einfach ist das nicht, denn "echte" Goldhaubenfrauen fertigen ihre Tracht selbst und in Handarbeit. Zwischen 300 und 400 Arbeitsstunden braucht man für die Herstellung des traditionellen Kopfschmuckes. Gelernt hat Hübsch das Handwerk bei der mittlerweile 90-jährigen Maria Zeinhofer in Gallneukirchen. "Es ist mühsam, aber es ist eine schöne Arbeit. Man sieht, wir was entsteht", sagt Hübsch. Das gestickte Material ist 18 Karat vergoldet. Das Band darunter wird fein gewebt, ist aus Titankupfer und zirka einen Meter lang. Die Form erhält es erst ganz zum Schluss. Zwei Jahre hat Hübsch insgesamt dafür gebraucht. Doch dabei ist es nicht geblieben: Für ihre Tochter hat sie danach eine nach hinten flache Bürgerhaube gefertigt. Eine Mädchenhaube und eine schwarze Perlhaube folgten. 

"Wir erhalten die Tradition, tragen Schönheit ins Leben und wir unterstützen Bedürftige und soziale Projekte. Das ist eine feine Sache", sagt Hübsch.

Goldhauben sind Großspender

Wenn sie nicht gerade an ihren Hauben arbeiten, verkaufen die Goldhauben Kuchen, Liebstockherzen oder Ostereier zu allen möglichen Anlässen. Der Erlös geht an karitative Projekte. "Entweder es braucht jemand in der Gegend Unterstützung oder ein Teil des Geldes geht an die Pfarre", so Hübsch. 14.000 Euro hat die mit 19 Frauen relativ kleine Gruppe aus St. Markus in den letzten Jahren gesammelt. In ganz Oberösterreich gibt es laut Hübsch rund 19.000 Goldhaubenfrauen, mit 700.000 Euro sind sie sozusagen Großspender für den guten Zweck. "Das geht nur, wenn die Familie dahintersteht. Meine Tochter ist zum Beispiel Schriftführerin der Gruppe", sagt Hübsch. Auch Männer spielen eine Rolle, sie helfen beim Tragen und beim Aufbauen der Verkaufsstände. 

Traditionen erhalten

"Es ist wichtig, dass wir unsere Traditionen erhalten", erklärt Hübsch ihre Motivation. Doch Traditionen sind stetig im Fluss, das wissen auch die Goldhauben. Auch Trachten werden erneuert. Es gibt eine Linzer Tracht, ein Linzer Dirndl und die Linzer Miedertracht (Festtagstracht). Letztere haben die Goldhaubenobfrauen selbst entworfen. Wer sich für die Goldhauben der Stahlstadt interessiert: Jeden zweiten Sonntag im Monat nach der Messe gibt es einen Stammtisch, ein geselliges Zusammensein, im Pfarrheim St. Markus.

Autor:

Christian Diabl aus Linz

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