"Die Unterschiede machen die Stadt erst bunt"

Verschiedenste Kulturen kann man bei der "Woche der Vielfalt" von 28. April bis 7. Mai in Linz entdecken.
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  • Verschiedenste Kulturen kann man bei der "Woche der Vielfalt" von 28. April bis 7. Mai in Linz entdecken.
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"Wer die öffentliche Debatte verfolgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass die Gesellschaft stärker auseinanderdriftet statt zusammenzuwachsen", sagt Integrationsstadträtin Regina Fechter. Die Stadt Linz will dem entgegentreten: "Mit der Woche der Vielfalt setzen wir ein deutliches Zeichen für mehr Bereitschaft, aufeinander zuzugehen", so Fechter. Zum siebten Mal hat das städtische Integrationsbüro eine Reihe von Veranstaltungen organisiert. Von 28. April bis 7. Mai gibt es Workshops, Tanzaufführungen, Sprachcafés, Literaturabende u.v.m. Mehrere Migrantenvereine laden zum Tag der offenen Tür ein. "Ziel ist es, möglichst vielfältige Begegnungen zu ermöglichen sowie Raum für den kulturellen Austausch und ein besseres Kennenlernen zu schaffen", sagt Miodrag Stajkovic vom Integrationsbüro.

Highlights der "Woche der Vielfalt"

Wir haben das Programm bereits durchgesehen und ein paar Highlights für Sie herausgepickt.
"Tafel voll Vielfalt": Kulinarisches und Musik aus anderen Ländern, Hauptplatz, 28. April, von 15 bis 18 Uhr
"10 + 10 Brücken": Tanz- und Forumtheater, Red Sapata, Tabakfabrik, 29. April, ab 16 Uhr
"Fest der Kulturen": Afghanischer Kulturverein Neue Hoffnung, Stadtteilzentrum Auwiesen, 1. Mai, ab 17 Uhr
Multilingual Poetry Slam: Verein ibuk, Dinghoferstraße 21, 3. Mai, ab 18 Uhr
"Kultur des Zusammenlebens": Literaturabend, ZZI, Wachrainergasse 2, 4. Mai, ab 19 Uhr
Moscheeführung im Verein NUR: Glimpfingerstraße 1, 5. Mai, Beginn um 9, 11, 15 und um 18 Uhr
Streifzug durch das afrikanische Linz: Treffpunkt Wimhölzelstr. 19, 5. Mai, 14 bis 18 Uhr
Preisverleihung "Stadt der Vielfalt": Altes Rathaus, 7. Mai, ab 18 Uhr (Projektbesichtigung ab 17 Uhr)
Das gesamte Programm finden Sie online auf integration.linz.at

Alle Kulturen unter einem Dach

In der Stadt leben Menschen aus über 150 Nationen. Sie sprechen mehr als 100 Sprachen. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach, doch es birgt auch Chancen. Um Vertrauen und Respekt aufzubauen ist es nötig, einander kennenzulernen. Ein Ort in Linz, wo das auch außerhalb der "Woche der Vielfalt" möglich ist, ist das Interkulturelle Begegnungszentrum Arcobaleno in der Friedhofstraße. Vor 28 Jahren als ehrenamtliche Initiative gestartet, in dem Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten wurden, hat sich das Angebot inzwischen stark erweitert. Zielgruppe sind nicht nur Migranten, sondern auch Österreicher. "Unser Zentrum ist einzigartig in Linz. Wir sind kein Verein für einen bestimmten Kulturkreis, sondern wollen alle Kulturen unter einem Dach vereinen", sagt Sonja Kober, eine der beiden Geschäftsführerinnnen.

Niederschwelliges Angebot

Das schafft das Arcobaleno mit einem niederschwelligen, kostengünstigen Angebot für alle Generationen. "Vorurteile abzubauen funktioniert am besten über gemeinsame Aktivitäten. Wenn man gemeinsam an etwas arbeitet, spürt man plötzlich, dass so viele Bedürfnisse gleich sind, dass der andere genauso ein Mensch ist wie ich, mit den gleichen Hobbys und Wünschen. Die Unterschiede machen unsere Gesellschaft erst bunt. Sie sind oft eine Herausforderung, aber auch eine Bereicherung", sagt Kobers Kollegin Anja Krohmer. So gibt es im Arcobaleno Kreativ-Kurse, Sprachcafés, Yoga, Ausflüge, Feste und mehr. Besonders beliebt sind die Kochkurse, die vom Verein KAMA Linz angeboten werden. "Integration geht oft auch durch den Magen", sagt Krohmer. Die Programmpunkte richten sich an alle Generationen – von der Spielgruppe für Babys bis zum Sprachcafé, an dem auch viele Senioren teilnehmen.

Deutsch lernen und mehr

Ein wichtiger Teil des Angebots sind nach wie vor die Deutschkurse, bei denen im Arcobaleno auch Wissen über Leben und Kultur in Österreich vermittelt wird. Jene für Asylwerber, die von bis zu 300 Personen pro Woche in Anspruch genommen wurden, mussten aber vorübergehend eingestellt werden, weil das Förderprogramm von Bund und Land OÖ ausgelaufen ist und es noch kein neues gibt. Kurse für Frauen und Jugendliche gibt es weiterhin. "Für Asylwerber bieten unsere Deutschlehrer einstweilen ehrenamtliche Lerngruppen. Wir wünschen uns aber, für die Zielgruppe bald wieder richtige Kurse abhalten zu können", sagt Krohmer.

Jeder kann mitmachen

Bei der Gestaltung des Programms orientiert sich das Arcobaleno-Team an der Bedürfnissen der Besucher. Schwerpunkte werden auf Jugend- und Frauenarbeit gelegt. "Zu uns kommen dank unseres niederschwelligen Programms für Jugendliche viele junge Burschen, eine Gruppe, die besonders gefährdet ist. Wir veranstalten verschiedenste Freizeitaktivitäten, gehen wandern, besuchen die Feuerwehr, machen aber auch Diskussionsrunden zu Vorurteilen oder Gleichstellung von Mann und Frau. Sie können bei uns andocken und wir holen sie damit weg von der Straße", sagt Krohmer. Pro Monat finden außerdem ein bis zwei große Veranstaltungen im Arcobaleno statt. Besonders beliebt sind die Feste. "Unsere österreichischen Besucher interessieren sich vor allem für Länderpräsentationen, politische Abende und Lesungen. Die Kreativworkshops sind meist bunt gemischt. Und die Sprachcafés könnten wir ohne die Österreicher gar nicht abhalten", sagt Krohmer. Generell wird viel erst durch die zahlreichen freiwilligen Helfer möglich. "Wir sind offen für Ideen und freuen uns über jeden, der etwas beitragen möchte", sagt Kober.

Das gesamte Programm finden Sie auf: arcobaleno.info

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