Ehrenamt: Florian hat viele Gesichter

Der Verein Zu-Flucht organisiert nicht nur Deutschkurse, sondern auch Gitarrenunterricht. Foto: Zu-Flucht
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LINZ (jog). Herzblut, Engagement und absolute Überzeugung von einer Sache – das sind die Zutaten für ehrenamtliche Arbeit. Mit der Aktion "Florian" rückt die StadtRundschau Menschen in den Vordergrund, die sich in besonderer Weise für ihre Mitmenschen engagieren. Hubert Kehrer ist einer von ihnen. Er ist Gründer des Transplantforums Oberösterreich – einer Interessengemeinschaft für Selbsthilfegruppen rund um das Thema Organtransplantation. "2009 haben wir eine Straßenumfrage gemacht und waren schockiert, dass nur drei von 500 Leuten wissen, wie rechtliche Grundlagen bei Organspenden aussehen", so Kehrer. Gemeinsam mit seinem Team organisiert er Vorträge im Rahmen des Schulprojekts "Organspende und Transplantation – Let’s talk about it!".

<f>Was Mama und Papa denken</f>

"Wir wollen keine Werbung für Organspende machen. Unsere Vorträge sollen informieren und berühren. Im Idealfall nehmen die Schüler das Thema auch mit nach Hause und besprechen in der Familie, was im Ernstfall passiert und wie Mama und Papa darüber denken", sagt Kehrer. Das Thema Organspende und Transplantation sei schließlich an kein Alter gebunden. Neben absoluten Fachleuchten der Transplantationschirurgie stehen bei den Vorträgen auch Betroffene auf der Bühne, die ihre ganz persönliche Geschichte erzählen. Das Team des Transplantforums zählt 17 Personen. Nicht nur Schüler sind eine Zielgruppe für die Vorträge, auch angehende Krankenpfleger und Spitalspersonal werden mit Hintergrundwissen versorgt. "Es geht leider in Krankenhäusern oft großes Potenzial für Organspende verloren." Aktuell warten in Österreich fast 800 Menschen auf eine Transplantation, die meisten brauchen eine neue Niere. "Bei uns wartet man durchschnittlich 3,5 Jahre auf eine Niere, in Deutschland sind es sieben." Kehrer selbst stand vor Jahren selbst kurz vor einer Transplantation, konnte sie aber noch abwenden. 1997 hat er eine Selbsthilfegruppe für Leberkranke und Lebertransplantierte gegründet.

<f>Berührende Geschichten</f>

"Der Beitrag von Freiwilligen zum Gelingen einer Gesellschaft ist unverzichtbar, aber auch unbezahlbar“, sagt Landeshauptmann Josef Pühringer. Ehrenamtliche Arbeit hat viele Gesichter. Ein weiteres ist das von Barbara Mitterndorfer-Ehrenfellner. Sie hat 2014 den Verein "Zu-Flucht" mitgegründet und kümmert sich mit ihrem Team um Anliegen syrischer und afghanischer Flüchtlinge. "Begonnen hat alles mit Deutschkursen. Inzwischen organisieren wir Benefizveranstaltungen, kümmern uns um Behördengänge, Wohnungsbeschaffung und verwalten auch Sachspenden in einem eigenen Kost-Nix-Laden", so Mitterndorfer. Hier bekommen Asylsuchende Kleidung und notwendige Alltagsgegenstände. Aktuell wird gerade ein neuer Standort an der Unionkreuzung umgebaut, noch vor dem Sommer soll der Laden öffnen. "Wer sich mit den Geschichten und Schicksalen der Menschen beschäftigt, den lässt es nicht mehr los", so die Obfrau. Gesprächsthema sind oft Medienberichte über Kriegsschauplätze in Syrien. "Die Menschen sorgen sich natürlich um ihre Familien und Freunde."

Bei der freiwilligen Arbeit stoßen die Mitglieder des Vereins häuftig an Grenzen. Besonders die Wohnungssuche für Asylsuchende gestaltet sich in Linz besonders schwierig. "Leider bekommen wir in 99 Prozent der Fälle eine Absage. Wir sind tatsächlich oft auf Geheimtipps angewiesen. Dabei wäre eine eigene Wohnung eines der zentralen Bedürfnisse, um wirklich auf eigenen Füßen zu stehen. Mit Spendengeldern finanzieren wir auch Kautionen vor. Außerdem vereinbaren wir mit den Flüchtlingen auch Mikrokredite, um ihnen den Start zu erleichtern."

Nicht nur Vereine und Organisationen, sondern auch Firmen werden in einer eigenen Kategorie beim Florian ausgezeichnet. Immer mehr Unternehmen engagieren sich selbst für das Allgemeinwohl, außerdem bedarf es für ehrenamtliches Engagement eines verständnisvollen Arbeitgebers. „Wir wollen die Kultur des Ehrenamtes weiter stärken. Darum ist uns dieser Preis ein wichtiges Anliegen“, sagt Josef Stockinger, Generaldirektor OÖ Versicherung.

LINKS:

<a target="_blank" rel="nofollow" href="http://www.transplantforum-ooe.at/">Transplantforum OÖ</a>

<a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.zu-flucht.at/">Verein Zu-Flucht</a>

Spendenkonto Verein Zu-Flucht:
Zu-Flucht. Syrische Flüchtlings Hilfe
Hypo
AT29 5400 0000 0020 5005

Autor:

Johannes Grüner aus Urfahr-Umgebung

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