Menschen im Gespräch
Eine Liebeserklärung an den Mariendom

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LINZ. Der Linzer Richard Asanger studiert Architektur in Graz und beschäftigt sich mit dem Mariendom.

In seinem Fotoprojekt für die Universität Graz untersucht der junge Linzer, wie unterschiedlich Architektur auf Menschen wirkt und wie sich die Perspektive je nach Person ändert.

Was fasziniert Sie am Linzer Mariendom?
Asanger: Mich fasziniert der Baustil. Es ist beeindruckend, wie die Menschen ohne heutige technische Mittel solche Bauwerke schaffen konnten. Die gewaltigen Säulen, darüber ein so schönes Gewölbe, das nicht nur von unten spektakulär aussieht, sondern auch vom Dachboden aus. Immer wenn ich heimkomme, bleibe ich ein paar Minuten beim Dom stehen und betrachte die großen Spitzbogenfenster, die Ornamente, Kreuzblumen und Verschnörklungen.

Was zeigen Ihre Fotos?
Die Fotos zeigen den Dom aus verschiedenen Blickwinkeln. Es sind keine ganzen Menschen darauf zu sehen, aber Hände oder Füße. Ich habe die Blickwinkel sozusagen vermenschlicht.

Welche Protagonisten haben Sie ausgewählt?
Ich habe den Dom aus der Sicht des Pfarrers, eines Eremiten, des Dombaumeisters, eines Bauarbeiters, einer Künstlerin, des Orgelspielers und eines Touristen fotografiert.

Wie sehen diese den Dom?
Für den Pfarrer ist der Blick hinauf der wichtigste, für den Dombaumeister ist es der Plan und der Blick in den gesamten Raum vom Eingang aus. Der Eremit genießt den Ausblick über Linz, während der Orgelspieler eins mit seinem Instrument wird. Die Sicht des Bauarbeiters ist die Bearbeitung von Ornamenten. Die Künstlerin habe ich beim Durchschreiten des Katharinentors fotografiert. Der typische Blick des Touristen ist natürlich ein Selfie vor dem Dom.

Was ist „gute“ Architektur?
Das ist in gewisser Weise Geschmackssache, aber wenn die Proportionen vom Gebäude und die Verhältnismäßigkeit zur Nutzung passen und es sich städtebaulich gut einfügt, muss es einem nicht unbedingt gefallen, um gute Architektur zu sein.

Was sind die Unterschiede zwischen Linz und Graz?
Graz hat eine schönere und größere Altstadt als Linz, aber dafür keine so lange und schöne Einkaufsstraße wie die Landstraße. Außerdem hat Graz mitten in der Stadt einen großen Park, in den der Volksgarten sicher zwei- bis dreimal hineinpasst, dafür aber keine schöne Fläche beim Fluss, so wie Linz die Donaulände. Und ich denke, im innerstädtischen Bereich gibt es in Graz viel mehr Stau.

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