Menschen im Gespräch
„Eine Polka, die mit viel Gaudi gespielt wird“

Die StadtRundschau traf Andreas Schöffl (l.) und Georg Spiesberger (r.) vom Musikverein St. Magdalena beim Oberwirt.
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  • Die StadtRundschau traf Andreas Schöffl (l.) und Georg Spiesberger (r.) vom Musikverein St. Magdalena beim Oberwirt.
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Georg Spiesberger übergab sein Amt als Obmann des Musikvereins St. Magdalena an Andreas Schöffl.

LINZ. Nach 17 Jahren als Obmann des Musikvereins St. Magdalena ist für Georg Spiesberger Schluss. Am Wochenende wählten die Vereinsmitglieder seinen Stellvertreter Andreas Schöffl zum Nachfolger. Zwischen 15 und 65 Jahre alt sind die insgesamt 56 Musiker im Verein. Die  Jugendarbeit des Vereins wurde bereits mit dem OÖ Leistungspreis prämiert. Für die StadtRundschau haben sich alter und neuer Obmann gegenseitig interviewt.

Georg Spiesberger: Warum wolltest du Obmann werden?
Andreas Schöffl:
Ihr habt das ganz gut gemacht, weil der Vereinsvorstand hat mich schon gefragt, da war ich erst 20. Seither werde ich unterstützt und in die Vereinsarbeit eingeführt, sodass ich gar keine Wahl mehr gehabt habe (lacht). Ich wurde dann Stellvertreter und es macht einfach eine Riesenfreude, weil wir viele engagierte Musiker haben. Obmann sein ist keine One-Man-Show.

Schöffl: Was machst du jetzt mit deiner ganzen Zeit?
Spiesberger:
Worauf ich mich wirklich freue ist: nicht immer an alles denken zu müssen. Das klingt jetzt komisch, aber ich bin eigentlich froh, wenn mir jemand die Arbeit anschafft. Die Arbeit wird nicht weniger, aber die Verantwortung, und das ist schon eine entspannte Geschichte.

Spiesberger: Was habe ich gemacht, was du auf keinen Fall machen möchtest?
Schöffl:
Du bist zwar dann und wann in kleine Fettnäpfchen getreten, aber hattest nie so den Mordsverhau, wo ich sagen würde: Das wird mir nie passieren. Ich glaube, dass du durch deinen Job das Organisieren und Managen einfach so intus hast, dass das einfach so aus dem Effeff geht. Da möchte ich mehr delegieren.

Dass über den Verein die Generationen zueinander finden, darauf ist man im Musikverein St. Magdalena besonders stolz.
  • Dass über den Verein die Generationen zueinander finden, darauf ist man im Musikverein St. Magdalena besonders stolz.
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Schöffl: Was war dein schönster Moment als Obmann?
Spiesberger:
Ein Moment, der mich beeindruckt hat, war als wir auf Musikreise waren und eine Beachparty veranstaltet haben. Da sitzt dann ein vierzehnjähriger Musiker neben unserem 70-jährigen Schlagzeuger und die zwei haben eine Fetzengaudi gehabt. Super, wenn man sieht, wie sich Generationen verstehen.

Spiesberger: Als ich als Obmann anfing, ging es dem Verein gerade nicht so gut ...
Schöffl: ...das große Ziel des Vorstands die letzten Jahre war sicher der Aufbau. Ihr habt die letzten 20 Jahre den Verein stark gepusht. Jetzt sind wir 54 Leute. Jetzt gilt es die Gemeinschaft, die den Verein ausmacht, trotz der Masse zu erhalten. Das Probelokal ist brechend voll, gleichzeitig wollen neue Musiker bei uns anfangen. Wir bilden junge Musiker aus – die können wir kaum ablehnen, weil wir fünf Jahre in die Ausbildung investiert haben.#+Spiesberger: Weil wir bei den schönen Momenten waren: Wir haben den Landesjugendpreis bekommen. Ich glaube, dass ich nicht lüge, wenn ich sage: Bei der Jugendarbeit gehören wir zu den Top-Vereinen in Österreich. Es freut mich, dass das auch in der Öffentlichkeit gesehen wird.

Schöffl: Du machst das jetzt 17 Jahre lang. Wie schwer fällt dir das Abgeben?
Spiesberger:
Ich glaube, die Energie, die ich in den letzten Jahren in den Verein gesteckt habe, hat sich einfach verändert. Wegen meiner privaten Situation mit drei kleinen Kindern. Die letzten zwei Jahre habe ich die Arbeit schon zurückgefahren und du hast schon übernommen. Darüber bin ich ganz froh.

Spiesberger: Wenn der Verein ein Musikstück wäre, was wäre er dann?
Schöffl:
Jetzt wird es abstrakt (lacht). Der Verein wäre sicher kein Walzer. Wir wären eine herzliche Polka, die nicht perfekt, aber mit viel Gaudi gespielt wird.

Spiesberger: Ich überlege oft: Wenn wir als Verein mehr Geld hätten, hätten wir so eine gute Gemeinschaft? Dadurch, dass wir viel selber machen müssen – Festln und Veranstaltungen – müssen wir zusammenhalten.

Die StadtRundschau traf Andreas Schöffl (l.) und Georg Spiesberger (r.) vom Musikverein St. Magdalena beim Oberwirt.
Dass über den Verein die Generationen zueinander finden, darauf ist man im Musikverein St. Magdalena besonders stolz.
Autor:

Andreas Baumgartner aus Linz

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