Story der Woche
Einkaufskorb statt Plastiksackerl

So sieht ein plastik- und verpackungsfreier Einkauf aus.
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Auch ohne ein Plastikverbot ist in Linz schon jetzt ein Alltag ohne Einwegverpackungen möglich.

LINZ. Geht es nach der Europäischen Union, könnten Plastiksackerl, Einweg-Essbesteck oder Kunststoff-Strohhalme bald der Vergangenheit angehören. "Plastik sollte nur dort eingesetzt werden, wo es technisch sinnvoll und alternativlos ist", fordert der Vorsitzende des Landesabfallverbandes, Roland Wohlmuth, eine rasche Umsetzung der beschlossenen EU-Richtlinie.

Alle können Beitrag leisten

"Ein Besuch mit eigenen Stoffsackerln beim regionalen Bauernmarkt oder die wöchentliche Biokiste sind da schon ein unglaublich guter Anfang", sagt Ernährungsberaterin Tanja Auer. Die Linzerin gibt regelmäßig auf blattgruen.blog Tipps zur Müllvermeidung und zu einem nachhaltigeren Lebensstil. Mit dem Begriff "Zero Waste" kann Auer nur wenig anfangen: "Ich finde es zwar immer wieder sehr interessant und auch motivierend, wenn andere den gesamten Müll des Jahres in ein Glas stopfen können, jedoch ist das im Alltagsleben kaum machbar. Zero Waste ist in der Praxis kaum umsetzbar", so Auer. Sie versucht seit einigen Jahren selbst möglichst wenig Müll zu produzieren und erklärt: 

"Wer sich darauf fokussiert, so natürlich, regional und saisonal zu essen wie möglich, kann kaum etwas falsch machen. Das gilt in weiterer Folge auch für Kosmetik, Kleidung oder Elektrogeräte. Wer Secondhand- oder zertifizierte Bio-Kleidung kauft, tut nicht nur dem eigenen Körper, sondern auch der Umwelt etwas Gutes"

Müllfreier Einkauf am "Südi"

Beim Einkauf im Supermarkt stößt man dabei jedoch rasch an Grenzen. Oft ist nur schwer nachvollziehbar, wie viel Müll an der Produktionsstätte anfällt oder wie lange die Transportwege sind. Auer kauft daher gerne "plastikfrei und entschleunigt" am Linzer Südbahnhofmarkt ein: "Saisonal-regionale Frischeprodukte halten aufgrund der geringen Transportstrecken länger und verlieren weniger Nährstoffe. Ebenso kann man sich hier auch über Frische und Herkunft der Produkte direkt vor Ort informieren. Außerdem sind gerade auf Märkten mitgebrachte Taschen, Körbe und Gläser gern gesehen." Für die Zukunft wünscht sie sich, dass auch konventionelle Supermärkte vermehrt auf unverpackte Produkte setzen und etwa "Lebensmittelspender" einsetzen.

"Enkelgerechte Welt"

Bis es so weit ist, setzen Einrichtungen wie der Landesabfallverband oder das Klimabündnis OÖ auf Bewusstseins- und Sensibilisierungsarbeit. "Besonders wichtig ist es uns, auf die negativen Auswirkungen des achtlosen Wegwerfens von Einwegkunststoffprodukten zu sensibilisieren", sagt Landesabfallverbands-Vorsitzender Wohlmuth. Das Klimabündnis OÖ macht die Müllvermeidung bei speziellen Workshops in den Schulen zum Thema. Regionalstellleiter Norbert Rainer dazu:

"Klimaschutz beginnt schon bei den Kleinsten und ist so vielfältig wie unsere Welt. Wer als Kind seine Umwelt und Mitmenschen achten lernt, handelt auch als Erwachsener entsprechend und hinterlässt eine enkelgerechte Welt.“

Das Klimabündnis unterstützt auch Gemeinden bei der Durchführung und Planung nachhaltiger Veranstaltungen. "Das Stream-Festival gehört ins Linz zu den größeren Green Events und ist sehr bemüht. So achtet das Festival beispielsweise auf Fahrradabstellplätze, Abfalltrennsysteme auch im Gästebereich oder Mehrwegbecher", so Richard Schachinger vom Klimabündnis OÖ. Das nächste Green Events-Seminar findet am 6. Februar statt.

Tipps zur Müllvermeidung

  • Bloggerin Tanja Auer fasst die Grundprinzipien der "Zero Waste" oder "Less Waste"-Bewegung folgendermaßen zusammen: 

"Wenn die Möglichkeit besteht, borge Dinge aus und kaufe nur, was du wirklich brauchst, bestenfalls aus nachhaltiger Quelle oder im Secondhand-Shop. Nutze sie solange es möglich ist, versuche sie notfalls zu reparieren oder entsorge sie fachgerecht. Viele Dinge lassen sich auch ohne große Umwege selbst herstellen, etwa Waschmittel aus Kastanien oder Hafermilch."

  • Kleinere Geschäfte wie der Samhaber Genussladen am Südbahnhofmarkt oder Mein Müli am Pfarrplatz halten unverpackte Lebensmittel bereit. Auch auf den Linzer Märkten sind mitgebrachte Körbe oder Gläser gern gesehen.
Autor:

Andreas Baumgartner aus Linz

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