Frauenhaus: Großteil schafft Ausstieg aus Gewaltbeziehung

Die Sozialarbeiterinnen im Frauenhaus beraten, unterstützen die Betroffenen. Sie planen gemeinsam mit den Frauen deren neues Leben.
  • Die Sozialarbeiterinnen im Frauenhaus beraten, unterstützen die Betroffenen. Sie planen gemeinsam mit den Frauen deren neues Leben.
  • Foto: Rackl
  • hochgeladen von Nina Meißl

Das Linzer Frauenhaus hat seine Bilanz veröffentlicht. 2017 wohnten 83 Frauen mit 95 Kindern in dem Haus mit Geheimadresse. Das entspricht einer Auslastung von knapp 85 Prozent. Zusätzlich wurden rund 1200 telefonische oder persönliche Beratungen von Frauen durchgeführt, die nicht im Frauenhaus wohnten, aber Unterstützung brauchten. In den allermeisten Fällen (85 Prozent) sind die die Täter (Ex-)Ehemänner oder Lebensgefährten. Aber auch Eltern, Schwiegereltern und andere Personen aus dem familiären Umfeld (11 Prozent) können zu Tätern werden. Auffällig ist, dass bereits in jedem fünften Fall der Gebrauch von Waffen oder Messer Teil der Bedrohung bzw. Misshandlung war. Es wurden 22 Anzeigen gemacht, vor allem wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung.

75 Prozent trennen sich vom Täter

„Umso mutiger ist es, dass 75 Prozent der Frauen nicht zurück zum Täter gingen, da sind wir stolz darauf“, sagt Margarethe Rackl, Geschäftsführerin des Linzer Frauenhauses. So gingen 34 Prozent in eine eigene Wohnung, 28 Prozent kamen in einer weiteren betreuten Wohnform wie Mutter-Kind-Häusern, Caritas-Wohnen, Übergangswohnen der Wohnplattform u.v.m. unter, bis eine eigene leistbare Wohnung gefunden wird. 13 Prozent überbrückten bei Familienangehörigen. Essentiell für den Ausstieg aus der Gewaltbeziehung: „Ein eigenes Einkommen, mit dem man sich eine eigenständige Zukunft aufbauen kann, ist enorm wichtig. Verschärfungen bei der Mindestsicherung oder erschwerter Zugang zu günstigem Wohnen machen es diesen Frauen noch schwerer, auf eigenen Beinen zu stehen. Wer die Rahmenbedingungen für geschlagene Frauen erschwert, macht sich zum Mittäter. Das nennt man strukturelle Gewalt – und auch das ist Gewalt“, sagt Dagmar Andree, Vorsitzende des Linzer Frauenhauses.

Starke Auslastung

Wie wichtig Einrichtungen wir das Linzer Frauenhaus sind, zeigen auch die vergangenen drei Monate: Von Jänner bis März 2018 lag die Auslastung bei 94 Prozent. „Eigentlich eine Katastrophe für eine Notfalleinrichtung wie die unsere. Denn kaum ist ein Platz frei geworden, war er auch schon wieder belegt. Teilweise mussten die Frauen in anderen Frauenhäusern in Oberösterreich untergebracht werden, weil uns der Platz einfach gefehlt hat“, sagt Rackl.

Das Linzer Frauenhaus ist 365 Tage im Jahr unter 0732/606700 erreichbar – für akute Krisensituationen auch rund um die Uhr – und bietet Soforthilfe, Schutz und Sicherheit für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder.

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