Gedenktafel für NS-Opfer entwendet

LINZ (ok). Die Gedenktafel erinnert an Arbeiter der Tabakfabrik, die ihr Leben im Kampf für ein freies und demokratisches Österreich gaben. Rudolf Kühberger, Heinrich Obermayer, Anton Schmelensky und Josef Teufl wurden im KZ Mauthausen ermordet, Hugo Müller fiel bei einem Partisaneneinsatz gegen SS-Truppen.

„Es ist eine Schande, dass noch heute, fast 70 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes so etwas passiert“, so Chris Müller, künstlerischer Leiter der Tabakfabrik. „Sollte es ein Vandalenakt von Saufnasen gewesen sein, rufen wir die Täter auf, die Tafel unverzüglich zu retournieren. Gibt es aber einen rechtsextremen Hintergrund, möchten wir den Tätern ausrichten, dass die Erinnerung an diese Widerstandskämpfer sicher nicht auszulöschen ist."

Die Tabakfabrik hat bereits eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei eingebracht, und hofft auf eine rasche Aufklärung der Tat. Auch der KZ-Verband/VdA OÖ ist empört über die Schändung des Andenkens an die fünf Widerstandskämpfer und fordert eine rasche Aufklärung durch die Behörden sowie die Wiederanbringung einer Gedenktafel! Da die widerrechtliche Entwendung zeitnah mit dem deutschnationalen Burschenbundball in Linz stattfand, sind für den KZ-Verband/VdA OÖ rechtsextreme Tatmotive nicht auszuschließen.

Die Tafel wurde auf Initiative des KZ-Verband/VdA OÖ in Zusammenarbeit mit der damaligen Austria Tabak angebracht. Die Enthüllung erfolgte am 2. Mai 2002 im Beisein von Angehörigen der NS-Opfer und von Bürgermeister Dr. Franz Dobusch.

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