Gehören Kinder noch in Sonderschulen?

In der Michael Reitter Landesschule gibt es 72 Lehrer für 220 Schüler.
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  • In der Michael Reitter Landesschule gibt es 72 Lehrer für 220 Schüler.
  • Foto: Michael Reitter Schule
  • hochgeladen von Stefan Paul Miejski

Inklusion, sprich die vollständige Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigung, ist in einer UN-Charta geregelt und von allen Ländern umzusetzen. "Das ist eine riesige Chance, das Schulsystem zu verändern, sodass alle Kinder voneinander lernen können", sagt Marianne Neißl von der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und fügt hinzu: "Kinder mit Beeinträchtigung dürfen nicht aus dem Bildungssystem ausgeschlossen werden." Ein schöner Gedanke, eine tolle Vision, da sind sich alle einig. Aber ist es überhaupt sinnvoll, gesunde Kinder mit blinden oder verhaltensauffälligen in einer Klasse zu unterrichten? "Man muss aufpassen, dass man nicht in eine Diskussion verfällt, in der man mit Zwang nur ideologisch den Gedanken der Inklusion verfolgt", sagt Landesschulratsinspektorin Heidemarie Blaimschein. Eine ähnliche Ansicht vertritt Helmuth Nitsch, Direktor der Michael Reitter Landesschule für Hör- und Sehbildung in Linz. "Ich tue nicht jedem Kind etwas Gutes, wenn ich sage, setz dich einfach hinten rein und gib Ruhe." Es sei wichtig, ausgebildete Betreuer in einem ausreichenden Ausmaß zur Verfügung zu haben. "Ich bin ein Verfechter von eigenen Schulen, weil es Kompetenzzentren geben muss", sagt Nitsch. Die Arbeit der Sonderschulen wird auch als gut anerkannt, allerdings "liegt in der Vielfalt eine große Chance", so Neißl.

Ideologie und Realität

"Man muss die Frage stellen, was es braucht, um allen Kindern die Möglichkeit zum gemeinsamen Lernen zu bieten", sagt Neißl. An diesem Punkt scheinen Ideologie und Realität besonders weit auseinanderzudriften. "Der Inklusionsgedanke ist ein guter, allerdings ist er sinnlos, wenn die Mittel dafür nicht ausreichen", gibt Nitsch zu bedenken. Bildungsstadträtin Eva Schobesberger räumt ein: "Ich halte die Trennung von Kindern für höchst problematisch. Allerdings sind viele Gebäude nicht barrierefrei und es muss auch entsprechend viele Betreuer geben." Das dafür nötige Geld ist schlichtweg nicht da.
Dem Wunsch nach Inklusion steht auch die soziale Realität gegenüber. Circa jeder zweite Schüler der Reitter-Schule war zuerst in einer normalen Schule. "Wir fangen viele dieser Schüler auf", sagt Nitsch. Oft wechseln sie auch erst ins Poly der Michael Reitter Schule, nachdem sie bereits die Pflichtschule erfolgreich absolviert haben. Der Grund dafür ist meist die mangelnde soziale Eingliederung. "Wir bieten hier allen Seh- und Hörbehinderten ein Netzwerk, das sie ihr Leben lang begleitet", sagt Nitsch. Dadurch sei auch die Eingliederung ins Berufsleben eine gute. Und schließlich hätten die Eltern ohnehin bereits jetzt die Wahlmöglichkeit, ob Sonderschule oder nicht.

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