Geplantes Stadion polarisiert stark

Bislang gibt es nur Symbolbilder – über das endgültige Aussehen entscheidet ein Wettbewerb.
  • Bislang gibt es nur Symbolbilder – über das endgültige Aussehen entscheidet ein Wettbewerb.
  • Foto: kernkompetenzen & amago Filmproduktion
  • hochgeladen von Stefan Paul Miejski

Lange wurde über den neuen Standort des LASK-Stadions diskutiert und spekuliert. Vergangene Woche wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Das Stadion soll direkt am Pichlinger See gebaut werden. Neben Fußballspielen sollen in der Arena auch andere große Events, wie Konzerte, stattfinden. LASK-Präsident Siegmund Gruber schweben dabei "eher kleinere Events" vor, die jedoch "dafür häufiger stattfinden". Der Standort polarisiert, die ersten Reaktionen fielen zwischen Begeisterung und heftiger Kritik aus. Die Bürgerinitiative Linz-Süd, die sich intensiv für einen Masterplan in Pichling starkmacht, kann dem Standort einiges abgewinnen: "Grundsätzlich sind wir dafür, denn wir sehen es auch als Chance, dass hier durch die Errichtung eines Park-and-Ride die Verkehrssituation im Linzer Süden verbessert werden kann", sagt Michael Mandl. Das hält auch Infrastrukturstadtrat Markus Hein für sinnvoll. "Die Park-and-Ride-Anlage könnte sogar eine Entlastung für Pichling bringen." Voraussetzung dafür ist eine gute Öffi-Anbindung. "Damit diese Park & Ride Anlage funktioniert, muss sie einen optimalen S-Bahnanschluss haben mit einem Takt von zumindest 15 Minuten", sagt Mandl. Größtes Problem dabei: Vom Parkplatz bis zum Bahnhof sind es knapp zwei Kilometer. "Es gab bei der Gugl ja auch das Argument, dass man 20 Minuten zu Fuß vom Bahnhof gehen musste und nur Busse rauffahren können. Ich weiß nicht, was da jetzt in Pichling anders sein soll", sagt Bürgermeister Klaus Luger. Hein sieht hingegen eine Chance für kreative Lösungen: "Noch ist der Standort des Stadions ja nur ein Platzhalter. Es wäre die ideale Möglichkeit, einen autonom fahrenden Bus als Pilotprojekt auszutesten", so Hein.

Kritiker formieren sich

Vor allem in Pichling sieht man den geplanten Bau nicht nur positiv. "Es erreichen mich bereits Anrufe und Mails von Anrainern, die klar gegen den Bau sind", sagt Luger. "Wir Ebelsberger und Pichlinger haben bereits genug Protesterfahrung aus der Vergangenheit und können auch wiederkommen. Wir lassen uns unser Wohn- und Erholungsgebiet nicht wegen einiger Tausend Fußballfans noch mehr ,verstauen und verstinken‘“, findet Franz Schramböck, ehemaliger Vorsitzender der Plattform "Rettet den Pichlinger See", harte Worte. "Viele Erholungsoasen gibt es in Linz ohnehin nicht mehr. Der Pichlinger See ist die größte davon, dafür lohnt es sich, zu kämpfen“, hat sich auch Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik bereits deutlich gegen das Projekt ausgesprochen.

Finanzielles ungeklärt

In jedem Fall keine große Belastung soll das Stadion für die Badegäste darstellen. "Badesaison und Spieltage überschneiden sich nur an fünf Tagen. Die Badegäste werden nicht gestört", sagt LASK-Präsident Gruber. Allerdings sind noch viele Fragen von der Flächenwidmung bis hin zur Umweltverträglichskeitsprüfung zu klären. "Außerdem gibt es im Gebiet einen überregionalen Grünzug, der vom Land als besonders schützenswert eingestuft wird", so Luger. Hier müsste erst das Land zustimmen. Den Anrainern ist vor allem wichtig, dass nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. "Wünschenswert wäre, wenn Vertreter von Pichling und jene, die diesen Erholungsraum nutzen, in die Planung mit einbezogen werden, um hier für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung zu finden", sagt Mandl. Das dürfte auch gescheit sein: "Ich bemühe mich auch gerade darum, Widmungen für Betriebsansiedelungen in Pichlung zu bekommen und habe die Sensibiltät, dass man viel reden muss, um in Pichling Projekte umsetzen zu können", so Bürgermeister Luger.

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