Linza G'schichten
Howdy im Cowboymuseum Pichling

4Bilder

Cowboys, Gangster, Siedlerfrauen: ein faszinierender Besuch im Cowboymuseum von Pichling.

LINZ. "Der Cowboyhut ist die Kopfbedeckung der ewigen Jugend", sagt man im Westen und davon ist auch Ilse Ratzenböck überzeugt. Mit ihrem roten Exemplar tritt sie auch gleich den Beweis an, denn die Museums-Chefin strotzt nur so vor Energie. Das Wissen um den "Wilden Westen" sprudelt nur so aus ihr heraus. Eine Führung durch das Cowboymuseum in Pichling wird so zu einer vielseitigen Reise in die Geschichte. Stolz präsentiert sie eine original Eisenbahnfahrkarte der legendären Wells Fargo Company. 1868 ist jemand damit für die stolze Summe von 96 Dollar von Austin nach Salt Lake City gefahren. Das ist viel Geld am Anfang der Cowboy-Ära, die lediglich 27 Jahre gedauert hat, erzählt Ratzenböck. Für das Ende der Cowboys waren nicht etwa Indianer verantwortlich, denn mit denen gab es kaum Konflikte. Schuld war ein Stück Draht, Stacheldraht, um es genauer zu sagen. Denn immer mehr Siedler ließen sich in der Prärie nieder und zäunten ihre Weidegründe ein. Den Cowboys war es somit nicht mehr möglich, die riesigen Rinderherden nordwärts zu treiben und sie wurden arbeitslos. 2.000 verschiedene Typen kann man im Stacheldraht-Museum im texanischen Waco bestaunen, immerhin elf haben es auch nach Pichling geschafft. Alle original aus der Zeit, genau abgemessen und teuer bezahlt von Ratzenböck und ihrem verstorbenen Gatten. An die 5.000 Objekte haben sie im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragen: Bilder, Statuen, Kleidung, Sättel, Sporen, Schmuck und vieles mehr.

Lebenslange Leidenschaft

Gemeinsam mit ihrem vor drei Jahren verstorbenen Mann hat sie das Museum gegründet. 30 Jahre ist das her. Hans Jörg "Fatsy" Ratzenböck war es auch, der sie mit seiner Begeisterung für Amerika angesteckt hat. Als Kind wuchs er gegenüber einer US-Kaserne in Linz auf, die coolen "Amis" faszinierten ihn. Neben seinem Job als Magistratsbeamter war er unter anderem DJ, Musiker, Westernreiter und Harley-Liebhaber. "Wir sind das einzige geschichtlich geprüfte Cowboymuseum Europas", sagt Ratzenböck. Dafür mussten sie bei der "Western Association" sogar eine Prüfung ablegen.

Gangster und Siedlerfrauen

Das Museum ist in einem 500 Jahre alten Bauernhof untergebracht. Neben dem mit Ausstellungsstücken vollgestopften Dachboden gibt es mehrere Themenzimmer, liebevoll eingerichtet mit lebensgroßen Puppen. Beim Eintritt in das Sheriff-Büro etwa knarrt die Tür. "Das muss so sein", sagt Ratzenböck. Hier ist gerade eine Sonderausstellung mit Steckbriefen. Alle berühmten Halunken sind vertreten, von Billy the Kid bis Butch Cassidy & Sundance Kid. Am meisten interessieren Ratzenböck aber die Frauen. "Die waren sehr wichtig im Westen, haben Schulen gegründet, alles ist durch sie kultivierter geworden." Ihr Wissen gibt sie gerne an Besucher weiter. Bis Ende Juli ist Samstag und Sonntag geöffnet. Gruppen und Schulklassen können aber bis Ende Oktober eigene Termine vereinbaren. Auch sonst tut sich was im Saloon und in dem gemütlichen Garten. Am 15. Juni spielt eine Band, am 27. Juli ist "Cowboy Day". Alle Infos unter cowboymuseum.at

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen