Diakoniewerk
"Ich bin da, wo ich hingehöre"

Christian Ploberger arbeitet in der Behindertenbegleitung.
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  • Christian Ploberger arbeitet in der Behindertenbegleitung.
  • Foto: Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen
  • hochgeladen von Carina Köck

Christian Ploberger arbeitet in der Behindertenbegleitung in einer Wohneinrichtung in Engerwitzdorf.

OÖ. Ploberger hing seine IT-Ausbildung an den Nagel, folgte seiner Berufung und ist nun im Diakoniewerk Gallneukirchen als Betreuer tätig.

Wie sieht Ihr Alltag in der Behindertenbegleitung aus?
Ploberger: Im Wohnbereich, in dem ich beschäftigt bin, ist der Alltag sehr abwechslungsreich. Meine Hauptaufgabe ist die tägliche Begleitung der betreuten Menschen in all ihren Lebenslagen. Dazu gehören Kochen, Pflegetätigkeiten, die Begleitung bei Arztbesuchen sowie die Freizeit- und Urlaubsgestaltung. Da können auch schon mal Diskonächte bis in die frühen Morgenstunden dabei sein. Natürlich fällt in einer Wohngruppe auch eine Menge an Hausarbeit – wie Wäsche waschen oder putzen – an. Das gehört einfach dazu. Dabei werden aber die begleiteten Menschen mit eingebunden.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Ich hatte schon als Kind Kontakt zu Menschen mit Beeinträchtigung, da meine Mutter seit knapp 30 Jahren in der Lebenshilfe beschäftigt ist. Sie hat mich schon von klein auf in die Arbeit mitgenommen und ich durfte mithelfen. Daher war der Umgang mit beeinträchtigen Menschen für mich immer selbstverständlich. Damals war aber noch nicht klar, dass ich das in Zukunft beruflich machen würde.

Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Nach einem freiwilligen Sozialjahr habe ich die Ausbildung zum Diplom-Sozialbetreuer Behindertenarbeit, inklusive Pflegeassistenz an der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Gallneukirchen absolviert. Außerdem habe ich im Rahmen eines Lehrganges die Ausbildung zum Moderator für persönliche Zukunftsplanung gemacht. Momentan studiere ich berufsbegleitend im 6. Semester Gesundheits- und Sozialmanagement an der Hamburger Fern-Hochschule. Nächstes Semester werde ich das Studium mit dem Bachelor of Arts abschließen.

War das schon als Kind Ihr Traumberuf?
Ich denke, es war immer der Plan im Hinterkopf, der mir sozusagen „vererbt“ wurde. Als Jugendlicher wollte ich – nach dem Vorbild meines großen Bruders – eigentlich in den IT-Bereich gehen. Nach zwei Jahren an der HTL für EDV & Organisation merkte ich aber, dass ich mehr für die Arbeit mit Menschen geschaffen bin. Diese Entscheidung habe ich noch keinen Tag bereut. Nun bin ich da, wo ich hingehöre.

Was ist für Sie das Schönste an Ihrem Job?
Das Schönste ist für mich, wenn ich es gemeinsam mit den betreuten Menschen schaffe, den Alltagstrott mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen zu durchbrechen, auf die wir noch lange zurückblicken können.

Was war bisher die schwierigste Situation, mit der Sie umgehen mussten?
Es gibt für mich nicht „die eine“ Situation die mir ganz wesentlich in Erinnerung geblieben wäre. Wenn man mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeitet, ist man oft mit herausforderndem Verhalten konfrontiert. Gute Reflexion und Psychohygiene im Team sind wichtige Mittel, um diese Situationen bewältigen zu können.

Was ist Ihr Ausgleich zum Beruf?
Wenn man den ganzen Tag mit den Bedürfnissen und Wünschen anderer Menschen konfrontiert ist, hilft es, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören. Sport und Zeit in der Natur – etwa beim Bergsteigen oder Wandern – helfen mir, den Kopf freizubekommen. Außerdem ist es mir sehr wichtig, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

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