Katastrophe in der Superstadt

150 pinke Zelte – jedes symbolisiert ein Haus, das nach der Zerstörung durch Hurrikan Katrina in New Orleans wieder aufgebaut werden muss.
  • 150 pinke Zelte – jedes symbolisiert ein Haus, das nach der Zerstörung durch Hurrikan Katrina in New Orleans wieder aufgebaut werden muss.
  • Foto: Stefan Beese
  • hochgeladen von Nina Meißl

Hochwasser, Tsunamis, Kriege – Katastrophen brechen ohne Vorwarnung und mit unbeeinflussbarer Gewalt über uns herein. Oder? "Mein Standpunkt ist, dass die Planenden sehr wohl etwas damit zu tun haben. Architekten tragen eine Verantwortung für die Umwelt und die Gesellschaft", sagt Sabine Pollak. Die Leiterin der Abteilung Architektur | Urbanistik an der Kunstuniversität Linz hat gemeinsam mit Architekt Matthias Böttger "Superstadt" kuratiert, ein Symposium zur Zukunft der Stadt. Dieses steht heuer an der Kunstuni am 23. Oktober von 10 bis 19 Uhr ganz im Zeichen von Katastrophen.

"Das Thema ist aus den Ereignissen im Vorjahr entstanden. Das Hochwasser liefert einen sehr regionalen Bezug, zudem sind Katastrophen in der heutigen Zeit ein hochaktuelles Thema", so Pollak. Fehlgeleitete Planungen, territoriale Machtkämpfe und globale Ökonomisierungsprozesse spielen dabei eine entscheidende Rolle. "Superstadt 2014, die Katastrophe!" stellt künstlerisch-wissenschaftliche Arbeiten, Methoden und Projekte zur Diskussion, die sich mit den räumlichen Bedingungen vor, während und nach Katastrophen befassen. "Zu Gast ist etwa Wolfram Putz vom Architektenbüro GRAFT. Er ist Mitbegründer der ,Make it Right Foundation’ von Schauspieler Brad Pitt, die zur Rekonstruktion in New Orleans nach der Zerstörung durch Hurrican Katrina ins Leben gerufen wurde. Dazu gehört auch die Installation ,The Pink Project". Im Viertel ,Lower Ninth Ward’ wurden 150 pinke Zelte aufgestellt. Jedes symbolisiert ein Haus, das noch zu bauen wäre. Jedesmal, wenn ein Haus fertig gestellt wird, verschwindet ein Zelt."

Pollak hofft auf viele Besucher, nicht nur Studierende oder Architekten: "Themen wie die Zersiedelung oder die zunehmende Versiegelung des Bodens betreffen uns alle. Man muss darüber diskutieren, was man in der Planung besser machen kann." Möglich macht das neben den Vorträgen eine Diskussionsrunde mit Experten aus Politik, Raumplanung und Stadtforschung. Das Publikum ist aufgefordert, die richtigen Fragen zu stellen. "Neue Ideen zu entwickeln und diese zu vermitteln ist die Aufgabe einer Universität", erläutert Pollak. Zudem erwarten die Besucher erstmals Performances von Kunstuni-Studierenden und eine After-Show-Party.

Mehr Infos: www.superstadt.at

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